Kita für Kinder mit Behinderung: Integrationskindergarten, heilpädagogischer Kindergarten und Inklusion

Kind spielt in einer inklusiven Kita

Die Anmeldung für die Kita steht an.

Andere Eltern vergleichen Öffnungszeiten und Wege.

Sie fragen sich etwas ganz anderes:

Welche Kita kann mein Kind überhaupt gut begleiten?

Bekommt es dort die Unterstützung, die es braucht?

Und wie geht es weiter, wenn die Kita schon mittags schließt?

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten. Die Begriffe und Abläufe unterscheiden sich je nach Bundesland und Träger. Für Ihre persönliche Situation lohnt sich deshalb immer eine Beratung vor Ort.

Inklusion im Kindergarten: Was bedeutet das?

Inklusion im Kindergarten bedeutet, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam in einer Gruppe spielen, lernen und groß werden.

Das Kinder- und Jugendhilferecht sieht vor, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam gefördert werden sollen, sofern der Hilfebedarf es zulässt (§ 22a SGB VIII).

In der Praxis heißt das: Viele Kitas nehmen Kinder mit Behinderung auf. Wie gut das gelingt, hängt aber stark von der einzelnen Einrichtung ab. Von der Gruppengröße. Vom Personal. Und davon, ob zusätzliche Unterstützung bewilligt wird.

Integrationskindergarten und Integrationsplatz

Ein Integrationsplatz ist ein Kita-Platz mit zusätzlicher Unterstützung für ein Kind mit Behinderung oder drohender Behinderung.

Dafür gibt es oft mehr Personal oder eine kleinere Gruppe, und das Kind wird gezielt gefördert. Manche Einrichtungen haben sich darauf spezialisiert und heißen Integrationskindergarten oder integrative Kita.

Ob und wie viele Integrationsplätze es gibt, ist regional sehr unterschiedlich. Häufig gibt es Wartelisten. Es lohnt sich deshalb, früh mit der Suche zu beginnen.

Heilpädagogischer Kindergarten

Ein heilpädagogischer Kindergarten, manchmal auch Förderkindergarten genannt, betreut ausschließlich Kinder mit besonderem Förderbedarf.

Die Gruppen sind meist klein. Heilpädagogische Fachkräfte begleiten die Kinder, und Therapien wie Logopädie, Ergotherapie oder Physiotherapie finden oft direkt in der Einrichtung statt.

Für manche Kinder ist genau dieser geschützte Rahmen richtig. Für andere ist eine inklusive Gruppe mit Unterstützung der bessere Weg. Eine richtige oder falsche Entscheidung gibt es dabei nicht.

Welche Kita passt zu unserem Kind?

Diese Fragen können bei der Entscheidung helfen:

  • Wie viel Unterstützung braucht unser Kind im Alltag wirklich?
  • Fühlt es sich in größeren Gruppen wohl, oder braucht es eher Ruhe und feste Bezugspersonen?
  • Welche Therapien braucht es, und wo sollen sie stattfinden?
  • Wie lang ist der Weg, und wie kommt das Kind dorthin?
  • Passen die Öffnungszeiten zu unserem Familienalltag?

Hospitieren Sie, wenn möglich, einen Vormittag in der Einrichtung. Und sprechen Sie offen an, was Ihr Kind braucht.

Integrationshelfer in der Kita

Manche Kinder brauchen in der Kita eine Person, die sie im Alltag direkt begleitet. Diese Begleitung heißt Integrationshelfer oder Inklusionsassistenz.

Sie wird gesondert beantragt und unterscheidet sich vom Integrationsplatz. Ob sie bewilligt wird, hängt vom individuellen Bedarf ab.

Platz beantragen und Kosten

Der Kita-Platz selbst wird wie bei allen Kindern über die Kita oder das Anmeldeportal Ihrer Stadt beantragt.

Die zusätzliche Förderung für ein Kind mit Behinderung wird in der Regel separat beantragt, meist beim Träger der Eingliederungshilfe, bei einer seelischen Behinderung beim Jugendamt. Welche Stelle zuständig ist, ist je nach Bundesland unterschiedlich.

Ob für die zusätzliche Förderung Kosten auf Sie zukommen, erfahren Sie beim zuständigen Träger. Der übliche Elternbeitrag für die Kita richtet sich nach den Regeln Ihrer Stadt oder Gemeinde.

Planen Sie genug Zeit ein. Zwischen Antrag und Bewilligung können Wochen oder auch Monate liegen.

Wenn die Kita mittags endet: das Au-pair als Ergänzung

Viele Familien haben endlich einen passenden Platz gefunden.

Und dann endet die Betreuung um 12 oder 13 Uhr.

Oder die Kita hat in den Ferien geschlossen.

Genau hier kann ein Au-pair helfen.

Es lebt als Familienmitglied auf Zeit bei Ihnen und kann Ihr Kind nach der Kita abholen, mit ihm essen, spielen und vertraute Nachmittagsroutinen begleiten. Und es kann Zeit für Geschwisterkinder schaffen.

Wichtig: Ein Au-pair ist keine Fachkraft. Es ersetzt weder Integrationshelfer noch Therapie. Es ergänzt das, was Kita und Fachleute leisten, im Familienalltag.

Wie wir Au-pairs auf das Leben in einer Familie mit einem Kind mit Behinderung vorbereiten, lesen Sie bei der Au-pair-Akademie. Wenn Sie wissen möchten, ob ein Au-pair zu Ihrem Familienalltag passt, sprechen Sie gern mit uns in einem kostenlosen Beratungsgespräch.

Unser Tipp von Besondere Sterne

Denken Sie die Betreuung nicht nur vom Vormittag aus. Gerade die Nachmittage, die Ferien und die Randzeiten entscheiden oft darüber, ob der Familienalltag funktioniert. Eine gute Kita und ein Au-pair schließen sich dabei nicht aus. Sie ergänzen sich.

Redaktion Besondere Sterne · Veröffentlicht am

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