Wie sieht ein typischer Tagesablauf mit einem Au-pair aus?

Au-pair bereitet am sonnigen Küchentisch mit zwei Kindern das Frühstück und die Brotdosen vor.

Wie sieht eigentlich ein ganz normaler Tag mit einem Au-pair aus? Arbeitet ein Au-pair morgens und nachmittags? Kann es die Kinder zur Schule bringen, mittags kochen oder sie am Nachmittag vom Kindergarten abholen?

Gerade Familien, die zum ersten Mal ein Au-pair aufnehmen, fragen sich häufig, wie sie die Unterstützung durch ein Au-pair sinnvoll in ihren Familienalltag integrieren können.

Jede Familie ist anders. Entscheidend ist, dass die Arbeitszeiten zu den tatsächlichen Bedürfnissen der Familie passen und die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Au-pair-Programms eingehalten werden.

In Deutschland darf ein Au-pair grundsätzlich bis zu sechs Stunden täglich und maximal 30 Stunden pro Woche unterstützen. Auch Babysitting zählt zu diesen Arbeitsstunden.

Morgens: Unterstützung vor Kindergarten und Schule

Für viele Familien beginnt die Unterstützung durch das Au-pair am Morgen.

Gerade mit mehreren Kindern kann die Zeit zwischen Aufstehen und Verlassen des Hauses ziemlich turbulent sein.

Je nach Alter der Kinder kann das Au-pair beispielsweise beim morgendlichen Ablauf unterstützen:

Es kann beim Anziehen helfen, Frühstück vorbereiten, gemeinsam mit den Kindern essen, Brotdosen und Trinkflaschen vorbereiten oder darauf achten, dass Schul- und Kindergartensachen vollständig sind.

Anschließend kann das Au-pair die Kinder – je nach Alter, Entfernung und Vereinbarung – zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto zu Kindergarten, Kita, Tagesmutter oder Schule bringen.

Gerade morgens kann bereits eine oder eineinhalb Stunden Unterstützung einen enormen Unterschied für eine Familie machen.

Vormittags: Zeit für den Deutschkurs

Sind die Kinder in Schule oder Kindergarten, beginnt für viele Au-pairs ihre freie Zeit.

Ein wichtiger Bestandteil des Au-pair-Jahres ist das Erlernen und Verbessern der deutschen Sprache.

Viele Au-pairs besuchen deshalb vormittags einen Deutschkurs bzw. Sprachkurs, entweder vor Ort oder online.

Daneben bleibt Zeit für Lernen, Freunde, Sport, Erledigungen oder einfach eine Pause.

Denn ein Au-pair ist nicht automatisch im Dienst, nur weil es sich im Haus der Gastfamilie befindet.

Mittags: einfache Mahlzeiten für die Kinder

Je nach Familienalltag kommen manche Kinder bereits mittags nach Hause.

Auch hier kann ein Au-pair unterstützen.

Nach entsprechender Einweisung durch die Gastfamilie kann es beispielsweise einfache, kindgerechte Mahlzeiten zubereiten oder bereits vorbereitetes Essen erwärmen.

Dabei sollten Gastfamilien am Anfang zeigen, was ihre Kinder gerne essen, welche Mengen üblich sind und ob Allergien, Unverträglichkeiten oder andere Besonderheiten berücksichtigt werden müssen.

Niemand sollte voraussetzen, dass ein junges Au-pair aus einem anderen Land automatisch weiß, was in einer deutschen Familie unter einem „schnellen Mittagessen für die Kinder“ verstanden wird.

Zeigen Sie einige einfache Gerichte – danach können daraus schnell selbstständige Routinen entstehen.

Nachmittags: Kinder abholen und gemeinsam Zeit verbringen

Für viele Familien liegt der wichtigste Teil der Au-pair-Unterstützung am Nachmittag.

Das Au-pair kann die Kinder von Schule, Kindergarten, Kita oder Tagesmutter abholen und anschließend den Nachmittag mit ihnen gestalten.

Je nach Wohnort und Vereinbarung kann der Weg zu Fuß, mit dem Fahrrad, Bus und Bahn oder mit dem Familienauto zurückgelegt werden.

Danach beginnt ganz normaler Kinderalltag.

Vielleicht geht es auf den Spielplatz oder in den Park. Vielleicht wird zu Hause gebastelt, gebaut oder vorgelesen. Bei schönem Wetter verbringen die Kinder den Nachmittag draußen, bei Regen wird im Kinderzimmer gespielt.

Das Au-pair kann auch bei alltäglichen Routinen unterstützen, einen Snack vorbereiten oder die Kinder zu Freizeitaktivitäten und Vereinen begleiten.

Auch bei einem Kind mit Behinderung ist es vor allem Alltag

Der Tagesablauf eines Au-pairs mit einem Kind mit Behinderung muss nicht grundsätzlich anders aussehen.

Auch hier kann es morgens beim Start in den Tag unterstützen, ein Kind begleiten, gemeinsam spielen, draußen sein oder den Nachmittag strukturieren.

Vielleicht nutzt das Kind einen Talker oder unterstützende Gebärden. Vielleicht benötigt es vorhersehbare Abläufe oder etwas mehr Zeit bei Übergängen.

Diese individuellen Besonderheiten kann die Familie dem Au-pair zeigen und gemeinsam mit ihm einüben.

Wichtig bleibt die Abgrenzung: Das Au-pair begleitet den Alltag des Kindes. Es übernimmt keine medizinischen, pflegerischen oder therapeutischen Fachaufgaben.

Muss ein Au-pair von morgens bis abends verfügbar sein?

Nein.

Das ist ein besonders wichtiger Punkt bei der Planung des Tagesablaufs.

Ein Au-pair ist nicht von morgens bis abends im Dienst, nur weil seine Arbeitsstunden über den Tag verteilt werden.

Die Unterstützung kann durchaus auf verschiedene Tageszeiten verteilt werden, wenn genau das zum Bedarf der Familie passt.

Ein Beispiel könnte so aussehen:

  • 7:00–8:30 Uhr: Kinder fertig machen und zur Schule bzw. zum Kindergarten begleiten
  • 8:30–14:00 Uhr: frei / Sprachkurs
  • 14:00–18:30 Uhr: Kinder abholen und Nachmittagsbetreuung

Damit wären insgesamt sechs Stunden Au-pair-Unterstützung erreicht.

Die mehreren Stunden dazwischen sind keine Bereitschaftszeit, sondern Freizeit des Au-pairs.

Arbeitszeiten dort einsetzen, wo die Familie sie wirklich braucht

Genau darin liegt einer der großen Vorteile eines Au-pairs.

Eine Familie benötigt vielleicht morgens Unterstützung und dann erst wieder am Nachmittag.

Eine andere braucht morgens gar keine Hilfe, dafür aber mehrere Stunden nach Schulschluss.

Bei einer dritten Familie sind bestimmte Randzeiten besonders schwierig, weil ein Kind nicht alleine bleiben kann oder Geschwister gleichzeitig unterschiedliche Termine haben.

Der Tagesplan darf deshalb individuell zur Familie passen.

Entscheidend ist nicht, dass ein Au-pair sechs Stunden am Stück arbeitet.

Entscheidend ist, dass die vereinbarten Arbeitszeiten klar, planbar und innerhalb des zulässigen Stundenrahmens liegen.

Ein guter Tagesplan schafft Sicherheit für beide Seiten

Gerade in den ersten Wochen empfehlen wir, den Tages- und Wochenablauf schriftlich festzuhalten.

Bei Besondere Sterne erhalten unsere Gastfamilien hierfür entsprechende Vorlagen für Tages- und Wochenpläne.

So weiß das Au-pair genau:

Wann beginnt meine Arbeitszeit? Wann bin ich frei? Welches Kind muss wann abgeholt werden? Welche Termine gibt es? Wann findet mein Sprachkurs statt?

Und die Gastfamilie weiß gleichzeitig, wann sie fest mit der Unterstützung ihres Au-pairs rechnen kann.

Denn ein guter Au-pair-Tagesablauf muss nicht kompliziert sein.

Er sollte vor allem eines tun:

Die Familie genau zu den Zeiten entlasten, zu denen Unterstützung gebraucht wird – und dem Au-pair gleichzeitig ausreichend Raum für Sprachkurs, Freizeit und sein eigenes Leben in Deutschland geben.

Redaktion Besondere Sterne · Veröffentlicht am

Weiterlesen

Auch hilfreich