Das Au-pair auf Ihr Kind vorbereiten: Was es vor der Anreise wissen sollte

Der Au-pair-Vertrag ist unterschrieben, das Visum beantragt und die Vorfreude steigt. Bis zur Einreise vergehen jedoch häufig noch einige Wochen – und diese Zeit können Gastfamilien wunderbar nutzen, um ihr Au-pair auf das gemeinsame Leben vorzubereiten.
Der Au-pair-Vertrag ist unterschrieben, das Visum beantragt und die Vorfreude steigt. Bis zur Einreise vergehen jedoch häufig noch einige Wochen – und diese Zeit können Gastfamilien wunderbar nutzen, um ihr Au-pair auf das gemeinsame Leben vorzubereiten.
Dabei geht es nicht darum, schon vor der Anreise jedes Detail zu erklären. Viel wichtiger ist, dass das Au-pair eine erste Vorstellung davon bekommt, wer Ihr Kind ist, wie Ihre Familie lebt und was es in seinem neuen Alltag erwartet.
Erzählen Sie von Ihrem Kind – nicht nur von seinem Tagesablauf
Natürlich kennt das Au-pair bereits die wichtigsten Informationen aus dem Kennenlernen. Nach dem Matching darf es aber persönlicher werden.
Was liebt Ihr Kind? Womit kann es sich stundenlang beschäftigen? Was mag es überhaupt nicht? Gibt es bestimmte Situationen, die ihm Angst machen oder es schnell überfordern? Wie zeigt Ihr Kind, dass es müde, hungrig, aufgeregt oder traurig ist?
Gerade bei Kindern mit Behinderung oder besonderen Bedürfnissen können solche Informationen besonders wertvoll sein.
Hat Ihr Kind beispielsweise einen seltenen Gendefekt, Autismus oder eine andere Behinderung, können Sie Ihrem Au-pair vor der Anreise auch geeignetes Informationsmaterial dazu schicken.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, dass das Au-pair vor seiner Ankunft zum Experten für eine Diagnose werden soll. Ein wenig Hintergrundwissen kann ihm aber helfen, bestimmte Verhaltensweisen besser einzuordnen und mit weniger Unsicherheit in den neuen Alltag zu starten.
Kleine Einblicke in den Alltag helfen mehr als lange Erklärungen
Auch Fotos oder kurze Nachrichten aus dem Familienalltag können hilfreich sein.
„Hier holen wir Emma jeden Nachmittag von der Schule ab.“
„Dienstags geht es immer zum Schwimmen.“
„Das ist der Spielplatz, auf dem die Kinder am liebsten sind.“
So entsteht schon vor der Einreise langsam ein Bild vom zukünftigen Zuhause.
Sie können auch gemeinsam einen typischen Wochenablauf besprechen: Wann beginnt morgens ungefähr der Tag? Wann sind Kindergarten oder Schule? Welche regelmäßigen Termine gibt es? Wann hat das Au-pair normalerweise Freizeit?
Der Wochenplan muss vor der Einreise noch nicht bis ins letzte Detail feststehen. Eine grobe Orientierung nimmt aber viel Unsicherheit.
Auch praktische Dinge vor der Einreise besprechen
Zur Vorbereitung gehört nicht nur der Umgang mit den Kindern.
Besprechen Sie auch noch einmal gemeinsam, was das Au-pair für Deutschland benötigt. Au-pairs, die über Besondere Sterne vermittelt werden, erhalten von uns bereits eine Packliste für ihre Einreise. Trotzdem lohnt sich ein persönlicher Austausch mit der Gastfamilie.
Denn Sie wissen am besten, was an Ihrem Wohnort tatsächlich gebraucht wird.
Ein Au-pair aus einem warmen Herkunftsland kann möglicherweise keine geeigneten Winterschuhe, eine warme Winterjacke oder gute Regenkleidung zu Hause kaufen – oder entsprechende Kleidung ist dort unverhältnismäßig teuer.
Vielleicht haben Sie selbst etwas Passendes, können Kleidung von Freunden übernehmen oder vor Ort günstig Secondhand besorgen. Solche Kleinigkeiten können das Ankommen enorm erleichtern.
Sprechen Sie über die Region, in der Sie leben
Deutschland ist für das Au-pair zunächst einmal nur ein Land auf der Landkarte. Der tatsächliche Alltag unterscheidet sich aber enorm.
Wohnt Ihre Familie mitten in einer Großstadt? In einem kleinen Dorf? Fährt alle 20 Minuten eine Bahn oder braucht man für vieles ein Fahrrad? Gibt es einen Supermarkt in Laufnähe? Wo befindet sich die nächste Sprachschule? Wie kalt wird es bei Ihnen im Winter?
Auch solche Informationen helfen dem Au-pair dabei, mit realistischen Vorstellungen anzureisen.
Vorbereitung bedeutet nicht, alles vorwegzunehmen
Bei aller Vorbereitung sollte eines nicht vergessen werden: Das eigentliche Kennenlernen beginnt erst nach der Ankunft.
Kein Informationsblatt und kein Videoanruf kann vermitteln, wie sich Ihr Familienalltag tatsächlich anfühlt. Das Au-pair muss Ihre Kinder kennenlernen, Routinen beobachten und Schritt für Schritt seinen eigenen Platz in der Familie finden.
Deshalb muss vor der Einreise auch noch nicht alles perfekt erklärt sein.
Wenn Ihr Au-pair bereits weiß, wer Ihr Kind ist, welche Besonderheiten es gibt, wie eine typische Woche ungefähr aussieht und was es praktisch für die ersten Wochen benötigt, ist schon viel gewonnen.
Der Rest entsteht dort, wo ein Au-pair-Jahr wirklich beginnt: im gemeinsamen Alltag.

Melanie Matl
Gründerin
Selbst Mutter eines Kindes mit Behinderung.


