Au-pair in der Pflegefamilie – wenn zwei Hände mehr einen Unterschied machen

Titelbild des Artikels „Au-pair in der Pflegefamilie: zwei Hände mehr“

Pflegeeltern leisten jeden Tag unglaublich viel.

Sie geben einem Kind nicht nur ein Zuhause. Sie geben Sicherheit, Struktur und Verlässlichkeit – häufig nach Erfahrungen, die ein Kind bereits geprägt haben.

Was dieser Alltag tatsächlich bedeutet, ist von außen jedoch nur selten in seiner ganzen Dichte sichtbar.

Termine. Schule oder Kindergarten. Therapien. Gespräche mit Fachstellen. Herausfordernde Situationen. Geschwisterkinder. Haushalt. Beruf. Und gleichzeitig der Wunsch, jedem Kind gerecht zu werden.

Viele Pflegefamilien wenden sich deshalb an unsere Au-pair-Agentur, weil sie irgendwann an einen Punkt kommen, an dem sie sagen:

Wir brauchen im Alltag einfach noch einmal zwei Hände mehr.

Warum ein Au-pair gerade für Pflegefamilien eine große Entlastung sein kann

Ein Au-pair kommt nicht nur für einzelne Stunden in die Familie.

Es lebt mit im Haushalt und wird über viele Monate Teil des Familienalltags.

Gerade für Pflegekinder, für die Verlässlichkeit, wiederkehrende Abläufe und vertraute Personen besonders wichtig sein können, liegt darin ein großer Vorteil.

Das Au-pair lernt die Familie kennen. Es erlebt die Routinen. Es weiß mit der Zeit, wie der Morgen abläuft, was nach der Schule passiert und welche Situationen für ein Kind vielleicht schwieriger sind.

Die Pflegeeltern müssen nicht immer wieder von vorne erklären, wie ihr Familienalltag funktioniert.

Struktur, Wiederholung und Verlässlichkeit

In vielen Pflegefamilien leben Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Auch Familien mit Kindern mit FASD wenden sich regelmäßig an uns.

Gerade hier kann ein strukturierter und möglichst vorhersehbarer Alltag eine wichtige Rolle spielen.

Ein Au-pair kann dabei unterstützen, diese alltäglichen Strukturen mitzutragen.

Gemeinsam frühstücken. Beim Fertigmachen unterstützen. Nachmittags spielen. Nach der Schule da sein. Gemeinsam nach draußen gehen. Bei alltäglichen Aufgaben begleiten.

Es geht dabei nicht darum, dass das Au-pair therapeutische oder pflegerische Aufgaben übernimmt.

Es geht um Unterstützung im ganz normalen Familienalltag.

Und genau dieser Alltag besteht aus unzähligen kleinen Aufgaben.

Noch einmal eine erwachsene Person im Haus

Vielleicht ist genau das einer der größten Vorteile.

Da ist noch jemand.

Wenn morgens mehrere Kinder gleichzeitig etwas brauchen. Wenn ein Geschwisterkind abgeholt werden muss. Wenn ein Kind gerade besonders viel Aufmerksamkeit benötigt. Wenn gekocht werden muss und gleichzeitig jemand beschäftigt werden möchte.

Ein Au-pair kann nicht die Verantwortung der Pflegeeltern übernehmen.

Aber es kann mittragen.

Noch einmal zwei Hände. Noch einmal zwei Augen. Noch einmal eine vertraute Person, die den Familienalltag kennt.

Das kann einen großen Unterschied machen.

Mehr Raum für die anderen Kinder

In Pflegefamilien leben häufig mehrere Kinder – Pflegekinder, leibliche Kinder oder weitere Geschwister.

Und wenn ein Kind gerade besonders viel Begleitung benötigt, bleibt für die anderen manchmal weniger Zeit übrig, als Eltern sich eigentlich wünschen würden.

Ein Au-pair kann dabei helfen, diese Situation zu entzerren.

Während das Au-pair beispielsweise mit einem Kind spielt oder es bei einer alltäglichen Aktivität begleitet, entsteht für die Pflegeeltern Zeit für ein anderes Kind.

Zeit für Hausaufgaben. Für ein Gespräch. Für einen gemeinsamen Ausflug. Oder einfach für ungeteilte Aufmerksamkeit.

Entlastung für die Eltern kann damit gleichzeitig mehr Zeit für die Kinder bedeuten.

Unterstützung im vertrauten Zuhause

Viele Pflegekinder haben bereits Veränderungen in ihrem Leben erlebt.

Ein Au-pair bietet eine Form der Unterstützung, die mitten im vertrauten Familienumfeld stattfindet.

Das Kind muss nicht für jede Entlastung an einen anderen Ort gebracht werden. Die Unterstützung kommt nicht nur für einen einzelnen Termin.

Das Au-pair lebt im Haushalt und kann über die Monate selbst zu einer vertrauten Person werden.

Natürlich geschieht das nicht am ersten Tag.

Vertrauen braucht Zeit.

Aber genau diese Zeit ist bei einem Au-pair-Aufenthalt vorhanden.

Wer lebt da eigentlich mit unserer Familie?

Gerade für Pflegefamilien ist die Frage besonders wichtig, wem sie ihre Kinder anvertrauen.

Au-pairs, die über Besondere Sterne vermittelt werden, legen deshalb unter anderem ein polizeiliches Führungszeugnis vor.

Darüber hinaus werden unsere Au-pairs auf ihren Aufenthalt und die Arbeit in einer Familie vorbereitet. Bei der Vermittlung achten wir darauf, welche Erfahrungen ein Au-pair mitbringt und welche Anforderungen eine Familie an die Unterstützung stellt.

Denn nicht jedes Au-pair passt zu jeder Familie – und gerade bei Pflegefamilien schauen wir beim Matching besonders genau hin.

Ein Au-pair ersetzt keine Fachkraft

Ein Au-pair ist keine pädagogische Fachkraft, keine Pflegekraft und keine therapeutische Unterstützung.

Und genau das soll es auch nicht sein.

Seine Aufgabe liegt dort, wo Familien jeden Tag Entlastung brauchen:

im Alltag.

Begleiten. Spielen. Unterstützen. Mithelfen. Da sein.

Für Pflegefamilien kann genau diese zusätzliche Person im täglichen Leben unglaublich wertvoll sein.

Denn manchmal braucht eine Familie nicht noch einen weiteren Termin.

Manchmal braucht sie einfach jemanden, der morgens schon da ist, den Alltag kennt und mit anpackt.

Noch einmal zwei Hände mehr – und eine vertraute Person, die ein Stück Familienalltag mitträgt.

Redaktion Besondere Sterne · Veröffentlicht am

Weiterlesen

Auch hilfreich