Au-pair oder Familienentlastender Dienst – welche Entlastung passt zu Ihrer Familie?

Titelbild des Artikels „Au-pair oder Familienentlastender Dienst?“

Wer Unterstützung im Familienalltag sucht, stößt schnell auf zwei Möglichkeiten: einen Familienentlastenden Dienst (FED) oder ein Au-pair.

Beide können Familien entlasten – aber auf eine völlig unterschiedliche Art.

Der größte Unterschied:

Ein Familienentlastender Dienst kommt für vereinbarte Stunden. Ein Au-pair lebt mit Ihnen und wird Teil Ihres Familienalltags.

Was ist ein Familienentlastender Dienst?

Familienentlastende Dienste werden häufig von Trägern der Behindertenhilfe angeboten. Sie unterstützen Familien mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen mit Behinderung und schaffen Eltern und Angehörigen gezielt Freiräume.

Je nach Anbieter kommt eine geeignete Betreuungsperson für vereinbarte Zeiten in die Familie oder begleitet das Kind beispielsweise bei Freizeitaktivitäten.

Das kann eine wertvolle Entlastung sein – insbesondere dann, wenn Unterstützung zu bestimmten Zeiten oder für bestimmte Aktivitäten benötigt wird.

Ein Au-pair funktioniert anders

Ein Au-pair kommt nicht für einzelne vereinbarte Betreuungsstunden.

Es lebt mit Ihnen unter einem Dach.

Bis zu 30 Stunden pro Woche unterstützt es die Gastfamilie bei der Kinderbetreuung und leichten Aufgaben im Haushalt. Die Unterstützung verteilt sich dabei über den Familienalltag.

Und genau daraus entsteht ein entscheidender Vorteil: Das Au-pair ist nicht nur zu einem bestimmten Termin da. Es kennt mit der Zeit Ihre Familie, Ihre Kinder und deren Alltag.

Es weiß, wie der Morgen bei Ihnen abläuft. Es kennt die Nachmittagsroutine. Es weiß, welches Kind bei bestimmten Situationen Unterstützung braucht und welche kleinen Dinge den Familienalltag leichter machen.

Aus Unterstützung wird Vertrautheit.

Die größte Entlastung steckt manchmal in zehn Minuten

Familienalltag lässt sich nicht vollständig planen.

Stellen Sie sich einen ganz normalen Samstagmorgen vor.

Sie möchten mit Ihren Kindern Pancakes machen. Alles ist vorbereitet – und plötzlich stellen Sie fest: Die Eier sind leer.

Eigentlich müssten jetzt alle Kinder angezogen werden. Schuhe, Jacken und im Winter vielleicht noch Mütze, Schal und Schneeanzug. Alle ins Auto – nur damit Sie schnell eine Packung Eier holen können.

Mit einem Au-pair kann diese Situation ganz anders aussehen:

„Kannst du kurz bei den Kindern bleiben und mit ihnen schon einmal den Tisch decken? Ich hole schnell Eier."

Zehn Minuten später sind Sie zurück.

Das klingt nach einer Kleinigkeit.

Für Eltern kann genau das aber eine enorme Entlastung sein.

Denn Entlastung bedeutet nicht immer, mehrere Stunden kinderfrei zu haben.

Manchmal bedeutet Entlastung einfach, nicht für jeden kleinen Weg die gesamte Familie organisieren zu müssen.

Familienalltag passiert spontan

Ein Kind muss abgeholt werden. Sie müssen kurz zur Apotheke. Ein Geschwisterkind braucht gerade Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Oder Sie möchten einfach einmal schnell etwas erledigen, ohne alle Kinder mitzunehmen.

Für solche Situationen bestellt man nicht spontan einen Betreuungsdienst.

Mit einem Au-pair lebt bereits eine weitere vertraute erwachsene Person im Haushalt, die Ihre Familie und die Kinder kennt.

Gerade diese vielen kleinen Situationen können über eine Woche hinweg einen großen Unterschied machen.

Besonders wertvoll bei Kindern mit Behinderung

Für manche Kinder entsteht Vertrauen nicht innerhalb weniger Stunden.

Sie brauchen Zeit, Wiederholung und vertraute Abläufe. Das Au-pair erlebt den Familienalltag regelmäßig mit und lernt das Kind Schritt für Schritt kennen.

Welche Routinen sind wichtig? Was macht dem Kind Freude? Wann braucht es Ruhe? Wie zeigt es, was es möchte oder gerade nicht möchte?

Diese Vertrautheit entwickelt sich mit der Zeit.

Gerade für Familien mit einem Kind mit Behinderung kann eine zusätzliche feste Bezugsperson im Alltag deshalb besonders wertvoll sein.

FED oder Au-pair?

Ein Familienentlastender Dienst kann eine wichtige Unterstützung für Familien sein. Er bietet gezielte Entlastung innerhalb eines vereinbarten Rahmens und kann insbesondere für bestimmte Betreuungszeiten oder Aktivitäten sinnvoll sein.

Ein Au-pair bietet eine andere Form der Unterstützung.

Es ist Teil des Familienalltags.

Bis zu 30 Stunden Unterstützung pro Woche. Eine Person, die Ihre Kinder immer besser kennt. Jemand, der nicht nur für einen einzelnen Termin kommt, sondern mit Ihnen unter einem Dach lebt.

Dabei ist ein Au-pair keine Pflegekraft und ersetzt weder Therapie noch professionelle Assistenz.

Seine Stärke liegt woanders:

Es ist da, wenn Familienalltag passiert.

Und manchmal ist genau das die Entlastung, die Familien am meisten brauchen.

Redaktion Besondere Sterne · Veröffentlicht am

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