Alleinerziehend – wenn im Alltag einfach eine zweite Person fehlt

Alleinerziehend zu sein bedeutet vor allem: Da ist im Alltag keine zweite Person. Kommt ein Kind mit Behinderung hinzu, kann genau das besonders spürbar werden. Ein Au-pair ersetzt keinen zweiten Elternteil. Aber es bringt eine weitere vertraute erwachsene Person ins Haus.
Alleinerziehend zu sein bedeutet oft nicht nur, Entscheidungen alleine zu treffen.
Es bedeutet vor allem: Da ist im Alltag keine zweite Person.
Niemand, dem man morgens kurz etwas abgeben kann. Niemand, der schon einmal einem Kind beim Anziehen hilft, während man selbst das andere fertig macht. Niemand, der kurz übernimmt, wenn man telefonieren, etwas erledigen oder einfach zwei Dinge gleichzeitig schaffen muss.
Kommt ein Kind mit Behinderung hinzu, kann genau das im Alltag besonders spürbar werden.
Ein Au-pair ersetzt keinen zweiten Elternteil.
Aber es bringt etwas zurück, das vielen alleinerziehenden Eltern im Alltag fehlt:
eine weitere vertraute erwachsene Person im Haus.
Einfach noch einmal zwei Hände mehr
Es sind nicht immer die großen Dinge, die den Alltag anstrengend machen.
Oft sind es die vielen kleinen Situationen, die gleichzeitig passieren.
Ein Kind muss fertig gemacht werden, während das andere schon zur Schule muss. Das Telefon klingelt. Eine Tasche ist noch nicht gepackt. Ein Geschwisterkind möchte etwas erzählen. Gleichzeitig braucht das Kind mit Behinderung gerade Unterstützung.
Wenn man alleine ist, landet all das bei einer Person.
Mit einem Au-pair sind plötzlich noch einmal zwei Hände da.
Jemand kann schon das Frühstück vorbereiten, während Sie einem Kind helfen. Einer begleitet ein Kind, während der andere beim Geschwisterkind bleibt. Einer räumt nach dem Abendessen auf, während der andere Zeit für die Kinder hat.
Nicht alles muss mehr gleichzeitig von Ihnen aufgefangen werden.
Jemand, dem Sie nicht jeden Tag alles neu erklären müssen
Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, sich Unterstützung zu holen.
Der große Unterschied eines Au-pairs liegt jedoch darin, dass es nicht für einige Stunden kommt und danach wieder geht.
Es lebt mit Ihrer Familie.
Mit der Zeit kennt es Ihre Abläufe. Es weiß, wie der Morgen funktioniert, wann welches Kind nach Hause kommt und welche Routinen wichtig sind.
Sie müssen nicht bei jeder Unterstützung wieder bei null anfangen.
Aus „Kannst du bitte …?" wird irgendwann ein selbstverständliches Miteinander.
Mehr Zeit für Geschwisterkinder
Gerade in Familien mit einem Kind mit Behinderung passiert etwas häufig ganz unbewusst:
Das Kind, das gerade mehr Unterstützung benötigt, bekommt automatisch mehr Aufmerksamkeit.
Nicht, weil Eltern ihre anderen Kinder weniger sehen oder weniger lieben. Sondern weil ein Tag nun einmal nur eine begrenzte Anzahl an Stunden hat.
Für Alleinerziehende ist es besonders schwierig, diese Aufmerksamkeit aufzuteilen.
Ein Au-pair kann hier neue Möglichkeiten schaffen.
Vielleicht begleitet das Au-pair Ihr Kind zu einer Aktivität und Sie haben Zeit für das Geschwisterkind.
Oder das Au-pair beschäftigt sich zu Hause mit den Kindern, während Sie mit einem Ihrer Kinder einmal ganz bewusst etwas alleine unternehmen.
Plötzlich entstehen wieder kleine Zeitfenster für Mama-und-Kind- oder Papa-und-Kind-Zeit.
Und davon profitieren auch die Geschwister.
Eine vertraute Person für Ihr Kind mit Behinderung
Auch für das Kind mit Behinderung selbst kann ein Au-pair zu einer wichtigen Bezugsperson werden.
Denn Vertrauen entsteht über Zeit.
Das Au-pair erlebt den Alltag mit, kennt Gewohnheiten und lernt, wie das Kind kommuniziert, was ihm Freude macht und wann es Unterstützung benötigt.
Gerade bei Kindern, die Veränderungen schwierig finden oder länger brauchen, um sich auf neue Menschen einzulassen, kann diese Beständigkeit besonders wertvoll sein.
Das Au-pair ist dabei keine Pflegekraft und ersetzt keine professionelle Unterstützung.
Aber es kann begleiten, beschäftigen, gemeinsam spielen, im Alltag unterstützen und einfach da sein.
Und irgendwann gehört diese Person zum Alltag
Am Anfang ist das Au-pair ein fremder Mensch, der mit einem Koffer vor Ihrer Tür steht.
Doch ein Au-pair-Aufenthalt ist auf viele gemeinsame Monate ausgelegt.
Man frühstückt zusammen. Man erlebt chaotische Morgen und entspannte Nachmittage. Man kennt irgendwann die Lieblingsgerichte, die kleinen Macken und die Familienwitze.
Aus einer Unterstützung kann eine vertraute Person werden – für Ihr Kind mit Behinderung, für die Geschwister und auch für Sie selbst.
Und genau darin liegt für Alleinerziehende ein besonderer Wert.
Sie müssen nicht mehr alles alleine auffangen
Ein Au-pair macht den Alltag nicht plötzlich perfekt. Und es übernimmt auch nicht die Rolle eines fehlenden Elternteils.
Aber es verändert etwas Entscheidendes:
Sie sind im täglichen Familienalltag nicht mehr bei allem die einzige erwachsene Person.
Da sind noch einmal zwei Hände.
Jemand, der die Kinder kennt. Jemand, der Abläufe kennt. Jemand, der mit anpacken kann.
Das schafft Freiräume für Sie, mehr Aufmerksamkeit für Geschwisterkinder und eine weitere vertraute Bezugsperson für Ihr Kind mit Behinderung.
Und manchmal ist genau das die größte Entlastung:
Nicht mehr jeden einzelnen Moment alleine tragen zu müssen.

Melanie Matl
Gründerin
Selbst Mutter eines Kindes mit Behinderung.


