Melanie Matl sitzt an einem hellen Holztisch und schreibt in ein Notizbuch.

Presse 2024

„Manchmal müssen wir wie Löwen kämpfen“

Lebenshilfe Zeitung, Ausgabe 2/2024, Seite 3, Juni 2024 · Rubrik „Momentaufnahme“ — der Familienfragebogen der LHZ

Zusammenfassung

Ein Familienfragebogen — und der Satz, der zum Titel wurde

In der Rubrik „Momentaufnahme“ stellt die Lebenshilfe-Zeitung Familien vor, in denen ein Mensch mit Behinderung lebt. In Ausgabe 2/2024 beantwortet Melanie Matl den Familienfragebogen: dreifache Mutter, im Allgäu zu Hause, mit einer Tochter, die mit einem seltenen Gendefekt geboren wurde.

Sie schildert, wie es nach der Diagnose war: „Ganz ehrlich: erst einmal niemand“, antwortet sie auf die Frage, wer ihr damals geholfen habe. Eine psychologische Begleitung in den ersten Monaten hätte ihr gutgetan. Bei den Formalitäten halfen die Lebenshilfe Ostallgäu mit Erstinformationen, etwa zur Frühförderung und zum Behindertenausweis, und ein Verband, an den sie sich mit ihren Fragen zur Diagnose wenden konnte.

Was sie im Alltag zermürbt, ist die Bürokratie: der ständige Kampf um Ansprüche, die Formulare, die recherchiert und ausgefüllt werden wollen. „Es ist so schade, dass wir Eltern für unsere Kinder mit Behinderung oft wie Löwen kämpfen müssen“, sagt sie — daher der Titel des Beitrags. Sie wünscht sich, dass die Zeit, die pflegende Angehörige dafür aufwenden, als Arbeitszeit angerechnet würde.

Auf die Frage, worüber sie sich zuletzt richtig gefreut habe, nennt sie die Zuneigung der beiden letzten Au-pairs zu ihrer Tochter — Kino, Schwimmbad, Nägel lackieren, gemeinsame Nachmittage. Das Au-pair sei die beste Freundin ihrer Tochter geworden. Genau daraus sei die Agentur entstanden: „Ich möchte dieses Erlebnis teilen, die Familien stärken, unterstützen und ein Stück mehr Normalität in ihren pflegenden Alltag bringen.“ Der Beitrag erzählt auch den Weg dorthin: jahrelange Trauer nach der Diagnose, dann Annahme — und daraus Stärke. Entstanden sind daraus das Kinderbuch, Mitmach-Lesungen und Anfang 2024 die Gründung der Au-pair-Agentur. „Ich finde, es ist enorm wichtig, dass unsere Gesellschaft jedem Einzelnen die Möglichkeit gibt, ein würdevolles Leben zu führen“, sagt sie. Der Beitrag steht hier, weil er den Grund für unsere Arbeit in eigenen Worten benennt. Wer wir sind, steht auf ; was ein Au-pair im Alltag übernimmt und was ausdrücklich nicht, steht bei . Was ein Au-pair-Jahr kostet, rechnen wir offen auf der Seite vor.

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Kernpunkte

Das steht in dem Beitrag

  • Familienporträt in der Rubrik „Momentaufnahme“ der Lebenshilfe-Zeitung, Ausgabe 2/2024, Seite 3.
  • Nach der Diagnose fühlte sich die Familie zunächst allein gelassen; geholfen haben später die Lebenshilfe Ostallgäu und ein Verband zur Diagnose.
  • Größte Belastung im Alltag: Anträge, Formulare und der Streit um Ansprüche.
  • Melanie Matl wünscht sich, dass die Zeit pflegender Angehöriger als Arbeitszeit angerechnet wird.
  • Der Beitrag erschien im Juni 2024, kurz nach der Gründung der Agentur.

Erschienen bei Lebenshilfe Zeitung, Ausgabe 2/2024, Seite 3 am Juni 2024.

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