Wochenplan für das Au-pair: Warum klare Arbeitszeiten den Alltag erleichtern

Ein Au-pair darf maximal sechs Stunden täglich und höchstens 30 Stunden pro Woche unterstützen; Babysitting zählt mit. Wer Arbeitszeiten, Sprachkurs und Termine einmal pro Woche gemeinsam plant und schriftlich festhält, schafft Verlässlichkeit für beide Seiten.
Wann arbeite ich morgen? Wer holt die Kinder am Mittwoch ab? Wann ist mein Sprachkurs? Soll ich am Freitagabend babysitten? Und bin ich am Samstag frei?
Was für Eltern im Kopf längst klar ist, kann für ein Au-pair ziemlich unübersichtlich sein.
Gerade wenn mehrere Kinder, Schule, Kindergarten, Therapien, Vereine, Sprachkurs und unterschiedliche Arbeitszeiten der Eltern zusammenkommen, ist ein Wochenplan für das Au-pair eine der einfachsten Möglichkeiten, Struktur und Sicherheit in den Familienalltag zu bringen.
Bei Besondere Sterne empfehlen wir unseren Gastfamilien deshalb, die Arbeitszeiten und wichtigsten Termine für jede Woche gemeinsam mit ihrem Au-pair zu planen und schriftlich festzuhalten.
Wie viele Stunden darf ein Au-pair arbeiten?
In Deutschland darf ein Au-pair grundsätzlich maximal sechs Stunden täglich und höchstens 30 Stunden pro Woche bei der Kinderbetreuung und leichten Aufgaben im Haushalt unterstützen.
Diese Grenze gilt für die gesamte Arbeitszeit.
Dazu gehören beispielsweise:
- Kinderbetreuung
- Bring- und Abholzeiten
- leichte Aufgaben im Haushalt
- Zubereitung einfacher Mahlzeiten
- Begleitung der Kinder zu Terminen oder Freizeitaktivitäten
- Babysitting am Abend
Gerade der letzte Punkt wird schnell vergessen.
Babysitting zählt zur Arbeitszeit des Au-pairs.
Wenn Ihr Au-pair am Freitagabend drei Stunden auf die Kinder aufpasst, müssen diese drei Stunden bei der Wochenplanung berücksichtigt werden.
Ein Au-pair muss nicht sechs Stunden am Stück arbeiten
Ein Wochenplan darf sich am tatsächlichen Bedarf der Familie orientieren.
Vielleicht benötigen Sie morgens von 7:00 bis 8:30 Uhr Unterstützung, während die Kinder anschließend mehrere Stunden in Schule und Kindergarten sind.
Am Nachmittag benötigen Sie das Au-pair dann wieder von 14:00 bis 18:30 Uhr.
Auch eine solche Aufteilung kann möglich sein.
Wichtig ist jedoch: Die Stunden zwischen den vereinbarten Arbeitszeiten sind Freizeit des Au-pairs und keine automatische Bereitschaftszeit.
Ein Au-pair lebt zwar im selben Haus, steht der Familie deshalb aber nicht rund um die Uhr zur Verfügung.
Den Sprachkurs von Anfang an mit einplanen
Das Au-pair-Jahr dient dem kulturellen Austausch und dem Erlernen der deutschen Sprache.
Deshalb sollte der Sprachkurs des Au-pairs einen festen Platz im Wochenplan bekommen.
Ob der Deutschkurs online oder vor Ort stattfindet, hängt vom jeweiligen Angebot und vom Au-pair ab.
Findet er außerhalb des Hauses statt, sollten auch notwendige Wegezeiten berücksichtigt werden.
Wenn beispielsweise jeden Dienstag und Donnerstag vormittags Sprachkurs stattfindet, können diese Termine von Anfang an fest im Wochenplan stehen.
So muss nicht jede Woche neu darüber diskutiert werden.
Den Wochenplan am besten sonntags gemeinsam besprechen
Auch wenn viele Abläufe jede Woche ähnlich sind, gibt es immer wieder Veränderungen.
Ein Arzttermin. Ein Kindergeburtstag. Ein Fußballspiel. Eine Schulveranstaltung. Ein Elternabend. Babysitting am Freitag.
Deshalb empfehlen wir, sich einmal pro Woche kurz gemeinsam hinzusetzen und die kommende Woche durchzugehen.
Der Sonntag eignet sich dafür bei vielen Familien gut.
Das muss kein einstündiges Familienmeeting sein.
Oft reichen zehn oder fünfzehn Minuten:
Was steht diese Woche an?
Wann wird das Au-pair gebraucht?
Welche Termine haben die Kinder?
Wann ist Sprachkurs?
Ist Babysitting geplant?
Gibt es Änderungen gegenüber der normalen Woche?
Anschließend steht für beide Seiten fest, wie die kommende Woche aussieht.
Wichtige Termine konkret eintragen
„Nachmittags Kinder betreuen“ ist für einen guten Wochenplan häufig zu ungenau.
Besser ist beispielsweise:
- Montag, 14:30 Uhr: Emma von der Schule abholen
- 15:30 Uhr: mit Emma zum Schwimmen
- 17:00 Uhr: zurück zu Hause
Je neuer das Au-pair in der Familie ist, desto konkreter darf der Plan sein.
Mit zunehmender Routine müssen selbstverständlich nicht mehr sämtliche Kleinigkeiten aufgeschrieben werden.
Wochenplan auf Deutsch und Englisch
Gerade zu Beginn des Au-pair-Jahres empfehlen wir, wichtige Informationen möglichst auf Deutsch und Englisch festzuhalten.
Das hilft nicht nur beim Verständnis.
Das Au-pair sieht gleichzeitig immer wieder die deutschen Begriffe und kann sie mit der Zeit lernen.
Aus „pick up from kindergarten“ wird irgendwann ganz selbstverständlich „vom Kindergarten abholen“.
Auch ein Wochenplan kann damit ganz nebenbei Teil des täglichen Spracherwerbs werden.
Ein Plan an den Kühlschrank – einer fürs Au-pair
Der fertige Wochenplan sollte dort liegen oder hängen, wo er im Alltag tatsächlich gesehen wird.
Ein guter Platz ist beispielsweise der Kühlschrank oder eine Familien-Pinnwand.
So können Eltern und Au-pair jederzeit nachschauen.
Zusätzlich kann das Au-pair eine eigene Kopie erhalten oder den Plan digital auf seinem Handy haben.
Gerade am Anfang gibt ein ausgedruckter Plan im eigenen Zimmer zusätzliche Sicherheit.
Denn niemand sollte sich alle Termine einer neuen Familie nach wenigen Tagen merken müssen.
Änderungen bitte rechtzeitig besprechen
Natürlich funktioniert Familienleben nicht immer nach Plan.
Termine verschieben sich. Ein Kind wird krank. Die Schule fällt aus. Eltern müssen länger arbeiten.
Auch ein Wochenplan darf deshalb flexibel sein.
Flexibilität bedeutet allerdings nicht:
„Du bist ja sowieso zu Hause – kannst du schnell übernehmen?“
Wenn sich Arbeitszeiten ändern sollen, sprechen Sie diese möglichst rechtzeitig mit Ihrem Au-pair ab und achten Sie darauf, dass die vereinbarten täglichen und wöchentlichen Arbeitszeiten weiterhin eingehalten werden.
Auch das Au-pair plant schließlich seinen Sprachkurs, Freunde, Termine und seine Freizeit.
Der Wochenplan ersetzt nicht das tägliche Gespräch
Ein schriftlicher Plan ist wunderbar – aber er ersetzt Kommunikation nicht.
Kurze Tür-und-Angel-Gespräche gehören weiterhin zum Alltag.
„Denk dran, heute hat die Schule schon um 13 Uhr aus.“
„Die Sportsachen stehen bereits an der Tür.“
„Ich komme heute eine halbe Stunde später.“
Genauso darf das Au-pair fragen:
„Soll ich heute nach der Schule direkt mit den Kindern auf den Spielplatz gehen?“
Diese kleinen Gespräche verhindern Missverständnisse und sorgen dafür, dass der schriftliche Plan im echten Familienalltag funktioniert.
Wochen- und Tagesplan als Unterstützung von Besondere Sterne
Gastfamilien von Besondere Sterne müssen einen solchen Plan nicht selbst von Grund auf erstellen.
Unsere Familien erhalten von uns vorgefertigte Vorlagen für einen Wochenplan und einen Tagesplan, die sie gemeinsam mit ihrem Au-pair ausfüllen können.
Die Vorlagen helfen dabei, Arbeitszeiten, Sprachkurs, Kinderbetreuung und wichtige Termine übersichtlich festzuhalten und gerade in der ersten Zeit keinen wichtigen Punkt zu vergessen.
Weitere Details und Orientierung finden unsere Gastfamilien direkt in den von uns zur Verfügung gestellten Unterlagen.
Ein klarer Wochenplan bedeutet nicht weniger Flexibilität
Manchmal klingt ein fester Plan zunächst sehr streng.
In Wirklichkeit schafft er häufig genau das Gegenteil.
Wenn das Au-pair weiß, wann es gebraucht wird, weiß es auch, wann es frei hat.
Wenn die Familie weiß, wann das Au-pair übernimmt, kann sie ihren eigenen Alltag besser organisieren.
Und wenn alle wichtigen Termine sichtbar festgehalten sind, muss niemand ständig nachfragen.
Ein guter Au-pair-Wochenplan schafft deshalb vor allem eines:
Verlässlichkeit für beide Seiten.
Und genau diese Verlässlichkeit ist eine der besten Grundlagen dafür, dass aus vielen einzelnen Terminen irgendwann ein entspannter gemeinsamer Familienalltag wird.

Melanie Matl
Gründerin
Selbst Mutter eines Kindes mit Behinderung.


