Kinderbetreuung zu Hause: Babysitter, Tagesmutter, Nanny oder Au-pair?

Ein Babysitter hilft stundenweise, eine Tagesmutter betreut zu festen Zeiten, eine Nanny betreut meist über viele Stunden im Haushalt der Familie. Ein Au-pair lebt mit der Familie und unterstützt mitten im Familienalltag. Welche Lösung passt, hängt davon ab, wann und wofür Sie Unterstützung brauchen.
Wer Hilfe bei der Kinderbetreuung sucht, steht schnell vor vielen Begriffen. Babysitter. Tagesmutter. Nanny. Au-pair. Alle können Eltern entlasten. Aber sie funktionieren ganz unterschiedlich.
Für Familien mit einem Kind mit Behinderung kommt noch eine Frage dazu: Wer kann sich auf unser Kind wirklich einstellen?
Babysitter: Hilfe für einzelne Stunden
Ein Babysitter passt stundenweise auf die Kinder auf, oft am Abend oder an einzelnen Nachmittagen. Das ist flexibel und für gelegentliche Termine eine gute Lösung.
Für einen Alltag, der jeden Tag Unterstützung braucht, reicht das meist nicht. Und gerade bei einem Kind mit Behinderung ist es nicht leicht, jemanden zu finden, der sich zutraut, allein mit dem Kind zu bleiben.
Tagesmutter: Betreuung zu festen Zeiten
Eine Tagesmutter, fachlich Kindertagespflegeperson, betreut Kinder innerhalb vereinbarter Zeiten. Die Betreuung findet meist bei ihr zu Hause oder in anderen geeigneten Räumen statt, manchmal auch im Haushalt der Familie. Die Kindertagespflege ist eine gesetzlich geregelte Form der Kinderbetreuung.
Wenn Sie zu festen Zeiten eine professionelle Betreuung brauchen, kann eine Tagesmutter sehr gut passen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber „Au-pair oder Tagesmutter?“.
Nanny: Betreuung im eigenen Haushalt
Eine Nanny betreut die Kinder im Haushalt der Familie, oft über viele Stunden am Tag. Sie wohnt in der Regel nicht bei der Familie und ist meist von ihr angestellt.
Eine Nanny kann viel Verlässlichkeit bringen. Wie viel sie mitbringt, zum Beispiel an Ausbildung und Erfahrung, ist sehr unterschiedlich. Das sollten Sie vorher genau besprechen.
Au-pair: Unterstützung mitten im Familienalltag
Ein Au-pair funktioniert anders. Es lebt als Familienmitglied auf Zeit bei Ihnen, hat ein eigenes Zimmer und ist Teil Ihres Alltags. Im Rahmen des Au-pair-Programms unterstützt es bis zu 30 Stunden in der Woche bei der Kinderbetreuung und bei leichten Aufgaben im Haushalt.
Der große Unterschied: Ein Au-pair ist nicht an ein festes Betreuungsfenster gebunden. Die Stunden können dort eingesetzt werden, wo Ihr Familienalltag sie braucht. Morgens vor der Schule. Am Nachmittag. In den Ferien. Oder am Abend.
Was kostet Kinderbetreuung zu Hause?
Die Kosten unterscheiden sich je nach Modell, Umfang und Wohnort sehr stark. Bei einem Au-pair zahlen Sie ein festes Taschengeld, einen Zuschuss zum Sprachkurs und die Versicherung. Dazu kommen Unterkunft und Verpflegung. Alle Zahlen finden Sie auf unserer Seite Au-pair Kosten.
Und wenn ein Kind eine Behinderung hat?
Dann lohnt sich ein ehrlicher Blick darauf, welche Unterstützung Ihr Kind braucht.
Braucht es eine pflegerische, therapeutische oder pädagogische Fachkraft, ist keine der Lösungen oben ein Ersatz dafür. Auch ein Au-pair nicht.
Viele Familien brauchen aber zusätzlich etwas anderes: Entlastung im ganz normalen Alltag. Jemanden, der mit dem Kind spielt, es begleitet, Routinen kennt und für die Geschwister da ist.
Hier hat ein Au-pair einen besonderen Vorteil: Vertrautheit. Es erlebt Ihr Kind jeden Tag. Es lernt, wie es kommuniziert, was ihm Freude macht und welche Situationen schwierig sind. Für Kinder, die mit wechselnden Betreuungspersonen schwer zurechtkommen, kann das viel bedeuten.
Unser Tipp von Besondere Sterne
Fragen Sie sich zuerst nicht, welches Modell das beste ist. Fragen Sie sich: Wann wird es bei uns eng? Wenn die Antwort „jeden Tag zu anderen Zeiten“ lautet, kann ein Au-pair gut passen. Im kostenlosen Beratungsgespräch schauen wir gemeinsam darauf.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Nanny und Au-pair?
Eine Nanny kommt zur Arbeit in Ihren Haushalt und ist meist angestellt. Ein Au-pair lebt als Familienmitglied auf Zeit bei Ihnen, lernt Deutsch und unterstützt bis zu 30 Stunden in der Woche.
Welche Kinderbetreuung zu Hause passt bei einem Kind mit Behinderung?
Das hängt vom Unterstützungsbedarf ab. Fachliche Aufgaben brauchen Fachkräfte. Für Entlastung im Alltag kann ein Au-pair eine gute Ergänzung sein, weil es Ihr Kind gut kennenlernt.
Kann ein Au-pair auch abends babysitten?
Ja. Babysitting zählt zur Arbeitszeit des Au-pairs und wird auf die 30 Wochenstunden angerechnet.

Melanie Matl
Gründerin
Selbst Mutter eines Kindes mit Behinderung.


