Au-pair oder Tagesmutter – welche Kinderbetreuung passt zu unserer Familie?

Eine Tagesmutter bietet Kindertagespflege innerhalb vereinbarter Betreuungszeiten. Ein Au-pair dagegen lebt mit der Gastfamilie unter einem Dach und unterstützt sie mitten in ihrem Familienalltag. Welche Betreuung besser passt, hängt deshalb vor allem von einer Frage ab: Wo brauchen Sie eigentlich Unterstützung?
Wer nach Unterstützung bei der Kinderbetreuung sucht, stößt früher oder später auf beide Möglichkeiten.
Doch obwohl sowohl ein Au-pair als auch eine Tagesmutter Eltern entlasten können, handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Betreuungsmodelle.
Eine Tagesmutter bietet Kindertagespflege innerhalb vereinbarter Betreuungszeiten.
Ein Au-pair dagegen lebt mit der Gastfamilie unter einem Dach und unterstützt sie mitten in ihrem Familienalltag.
Welche Betreuung besser passt, hängt deshalb vor allem von einer Frage ab:
Wo brauchen Sie eigentlich Unterstützung?
Was ist der Unterschied zwischen Au-pair und Tagesmutter?
Eine Tagesmutter – fachlich Kindertagespflegeperson – betreut Kinder innerhalb vereinbarter Zeiten. Je nach Angebot findet die Betreuung beispielsweise im Haushalt der Tagespflegeperson, in anderen geeigneten Räumen oder teilweise im Haushalt der Familie statt.
Die Kindertagespflege ist eine gesetzlich geregelte Form der Kinderbetreuung.
Ein Au-pair funktioniert vollkommen anders.
Es kommt nicht morgens als Betreuungsperson und geht nach Ende der vereinbarten Betreuung wieder nach Hause.
Das Au-pair lebt bei Ihnen.
Es erhält ein eigenes Zimmer, wird in den Familienalltag integriert und unterstützt die Gastfamilie im Rahmen des Au-pair-Programms bei der Kinderbetreuung und bei leichten Aufgaben im Haushalt.
In Deutschland sind dabei bis zu 30 Stunden Unterstützung pro Woche vorgesehen.
Brauchen Sie Betreuung – oder Unterstützung im Familienalltag?
Genau hier liegt für uns der wichtigste Unterschied.
Wenn Sie für Ihr Kind regelmäßig eine professionelle Betreuung während bestimmter Zeiten benötigen, kann eine Tagesmutter eine sehr passende Lösung sein.
Viele Familien suchen jedoch eigentlich etwas anderes.
Sie brauchen morgens jemanden, der mit anpackt.
Nachmittags Unterstützung mit mehreren Kindern.
Jemanden, der mit einem Kind spielt, während Mama oder Papa für das andere da sind.
Unterstützung in den Ferien.
Hilfe bei der Morgenroutine.
Oder einfach noch einmal zwei Hände, wenn mehrere Dinge gleichzeitig passieren.
Dann kann ein Au-pair interessant werden.
Ein Au-pair unterstützt dort, wo der Familienalltag stattfindet
Familienalltag hält sich selten perfekt an Betreuungsfenster.
Manchmal ist der schwierigste Moment morgens um sieben.
An einem anderen Tag ist es der Nachmittag.
Vielleicht braucht ein Geschwisterkind Unterstützung, während das andere Kind einen Termin hat.
Oder in den Ferien sieht der gesamte Tagesablauf plötzlich anders aus.
Ein Au-pair kann innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der vereinbarten Arbeitszeiten passend zum Familienalltag eingesetzt werden.
Nicht jeden Tag muss zur gleichen Uhrzeit dieselbe Unterstützung benötigt werden.
Gerade für Familien mit mehreren Kindern kann diese Flexibilität einen großen Unterschied machen.
Und wenn ein Kind eine Behinderung hat?
Für Familien mit einem Kind mit Behinderung stellt sich bei der Suche nach Kinderbetreuung noch eine weitere Frage:
Welche Unterstützung braucht unser Kind überhaupt?
Benötigt es eine professionelle pflegerische, therapeutische oder pädagogische Fachkraft, ist ein Au-pair dafür nicht die richtige Lösung.
Ein Au-pair ist keine Pflegekraft und ersetzt keine professionelle Assistenz.
Aber viele Familien benötigen zusätzlich etwas ganz anderes:
Entlastung im normalen Familienalltag.
Das Au-pair kann mit den Kindern spielen, sie begleiten, bei alltäglichen Routinen unterstützen oder für die Geschwisterkinder da sein.
Und weil es mit der Familie lebt, lernt es das Kind über die Monate immer besser kennen.
Vertrautheit kann ein großer Vorteil sein
Gerade manche Kinder mit Behinderung brauchen Zeit, um Vertrauen zu einer neuen Person aufzubauen.
Wechselnde Betreuungspersonen können dann herausfordernd sein.
Ein Au-pair erlebt das Kind dagegen regelmäßig.
Es lernt seine Routinen kennen.
Es weiß mit der Zeit, was ihm Freude macht, wie es kommuniziert und welche Situationen schwierig sein können.
Aus einer zunächst fremden Person kann dadurch eine vertraute Bezugsperson werden.
Das ist eine andere Form von Betreuung als bei einer Tagesmutter – und für manche Familien genau das, was sie suchen.
Was ist bei mehreren Kindern?
Auch hier unterscheiden sich die beiden Modelle.
Ein Au-pair ist Teil des gesamten Familienalltags und kann innerhalb seiner Aufgaben grundsätzlich für die Kinder der Gastfamilie da sein.
Das kann besonders hilfreich sein, wenn mehrere Kinder unterschiedliche Bedürfnisse haben.
Vielleicht bleibt das Au-pair mit einem Geschwisterkind zu Hause, während Sie einen Termin mit Ihrem Kind mit Behinderung wahrnehmen.
Vielleicht beschäftigt sich das Au-pair mit dem Kind mit Behinderung und Sie haben endlich einmal exklusive Zeit für dessen Geschwister.
Oder zwei Kinder müssen gleichzeitig an unterschiedlichen Stellen unterstützt werden.
Aus einer erwachsenen Person werden plötzlich zwei.
Betreuung außerhalb oder Unterstützung zu Hause?
Auch diese Frage kann bei der Entscheidung helfen.
Bei vielen Formen der Kindertagespflege wird das Kind zur Betreuung gebracht und anschließend wieder abgeholt.
Das Au-pair lebt dagegen dort, wo die Unterstützung benötigt wird:
bei Ihnen zu Hause.
Der Morgen beginnt also nicht erst mit einer Fahrt zu einer Betreuung.
Das Au-pair ist bereits da.
Es kennt das Kinderzimmer, die Frühstücksroutine und den normalen Tagesablauf.
Für Familien, die vor allem zu Hause Entlastung suchen, kann genau das ein entscheidender Vorteil sein.
Was kostet ein Au-pair im Vergleich zur Tagesmutter?
Auch die Kosten funktionieren vollkommen unterschiedlich.
Die Kosten der Kindertagespflege hängen unter anderem vom Wohnort, dem Betreuungsumfang und der öffentlichen Förderung ab. Deshalb lässt sich kein sinnvoller bundesweiter Pauschalbetrag nennen.
Beim Au-pair gibt es dagegen bestimmte feste Kosten.
Dazu gehören unter anderem das monatliche Taschengeld von 280 €, der Zuschuss zum Sprachkurs, die Au-pair-Versicherung sowie kostenlose Unterkunft und Verpflegung.
Bei einer Vermittlung über eine Au-pair-Agentur kann außerdem eine Vermittlungsgebühr anfallen.
Ein reiner Vergleich nach dem Motto „Was kostet eine Betreuungsstunde?“ greift allerdings zu kurz.
Denn beide Modelle leisten etwas Unterschiedliches.
Die entscheidende Frage: Was fehlt Ihnen heute?
Vielleicht hilft bei der Entscheidung weniger eine klassische Pro-und-Contra-Liste als ein Blick auf Ihren ganz normalen Dienstag.
Wo wird es schwierig?
Morgens?
Nachmittags?
In den Ferien?
Wenn zwei Kinder gleichzeitig etwas brauchen?
Wenn Sie einen Termin haben?
Wenn Ihr Kind mit Behinderung mehr Begleitung benötigt und die Geschwister gleichzeitig Aufmerksamkeit brauchen?
Wenn Ihre Antwort hauptsächlich lautet:
„Uns fehlt im Alltag einfach noch einmal eine Person“, dann kann ein Au-pair sehr interessant für Ihre Familie sein.
Au-pair oder Tagesmutter – was passt besser?
Eine Tagesmutter und ein Au-pair sind keine austauschbaren Betreuungsformen.
Eine Tagesmutter bietet eine professionelle Form der Kindertagespflege innerhalb eines vereinbarten Betreuungsrahmens.
Ein Au-pair bietet etwas anderes:
Es lebt mit Ihnen und unterstützt Ihre Familie mitten im Alltag.
Bis zu 30 Stunden pro Woche.
Bei mehreren Kindern.
Zu Hause.
Und mit der Möglichkeit, über viele gemeinsame Monate eine vertraute Beziehung zu den Kindern aufzubauen.
Gerade für Familien mit einem Kind mit Behinderung kann deshalb die Frage entscheidend sein:
Brauchen wir hauptsächlich einen Betreuungsplatz – oder brauchen wir eine weitere vertraute Person in unserem Familienalltag?
Wenn es Ihnen vor allem um Letzteres geht, kann ein Au-pair eine Form der Unterstützung sein, die sehr gut zu Ihrer Familie passt.
Au-pair für ein Kind mit Behinderung finden
Bei Besondere Sterne haben wir uns auf die Vermittlung von Au-pairs an Familien mit Kindern mit und ohne Behinderung spezialisiert.
Dabei schauen wir nicht nur darauf, ob ein Au-pair grundsätzlich Kinder betreuen möchte.
Wir schauen auf die Familie als Ganzes:
Welche Kinder leben dort?
Welche Unterstützung wird tatsächlich benötigt?
Welche Erfahrungen bringt das Au-pair mit?
Und vor allem:
Welcher Mensch könnte zu diesem Familienalltag passen?
Denn die Entscheidung lautet am Ende nicht nur:
Au-pair oder Tagesmutter?
Sondern:
Welche Form der Unterstützung würde unseren Familienalltag wirklich leichter machen?

Melanie Matl
Gründerin
Selbst Mutter eines Kindes mit Behinderung.


