Was ist ein Au-pair? Einfach erklärt für Familien

Ein Au-pair ist ein junger Mensch aus dem Ausland, der für eine begrenzte Zeit bei einer Gastfamilie lebt, Deutsch lernt und die Familie bei der Kinderbetreuung und bei leichten Aufgaben im Haushalt unterstützt. Es lebt als Familienmitglied auf Zeit mit Ihnen. Es ist keine Fachkraft, kann aber gerade für Familien mit einem Kind mit Behinderung eine große Entlastung im Alltag sein.
Viele Familien kennen das Wort. Manche sagen auch umgangssprachlich „Opermädchen“. Aber was genau ist ein Au-pair eigentlich? Und könnte das auch für unsere Familie eine Möglichkeit sein?
Was bedeutet Au-pair?
Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet sinngemäß „auf Gegenseitigkeit“. Genau darum geht es: Das Au-pair lernt eine neue Sprache und Kultur kennen und lebt dafür mit einer Gastfamilie. Die Familie bekommt dafür Unterstützung im Alltag.
Wie lebt ein Au-pair mit der Familie?
Ein Au-pair kommt nicht morgens zur Arbeit und geht abends wieder nach Hause. Es lebt bei Ihnen.
Es bekommt ein eigenes, möbliertes Zimmer, isst mit der Familie und nimmt am Familienalltag teil. Daneben besucht es einen Sprachkurs und hat seine eigene Freizeit.
Was übernimmt ein Au-pair?
Im Mittelpunkt stehen die Betreuung der Kinder und leichte Aufgaben im gemeinsamen Haushalt. Ein Au-pair kann zum Beispiel:
- mit den Kindern spielen, basteln und vorlesen
- Kinder zu Kindergarten oder Schule bringen und abholen
- einfache Mahlzeiten für die Kinder zubereiten und mit ihnen essen
- bei Morgen- und Abendroutinen unterstützen
- Kinder zu Hobbys und Terminen begleiten
- bei leichten Aufgaben im Haushalt helfen, zum Beispiel Kinderwäsche oder Spülmaschine
- am Abend babysitten
Welche Aufgaben dazugehören, vereinbaren Sie individuell. In Deutschland darf ein Au-pair höchstens sechs Stunden am Tag und 30 Stunden in der Woche mithelfen. Babysitting zählt dabei mit.
Was übernimmt ein Au-pair nicht?
Ein Au-pair ist keine medizinische, pflegerische oder therapeutische Fachkraft. Es ersetzt keine Pflegekraft, keine Schulbegleitung und keine Haushaltshilfe. Medikamente stellen, Sondenkost geben oder therapeutische Übungen anleiten gehört deshalb nicht zu seinen Aufgaben.
Was kostet ein Au-pair?
Das Au-pair bekommt ein monatliches Taschengeld. Dazu kommen ein Zuschuss zum Sprachkurs, die Versicherung sowie Unterkunft und Verpflegung. Alle Zahlen finden Sie auf unserer Seite Au-pair Kosten.
Ein Au-pair für eine Familie mit einem Kind mit Behinderung?
Viele Eltern eines Kindes mit Behinderung denken bei Au-pair zuerst: Das ist doch nichts für uns. Unser Alltag ist zu besonders.
Dabei braucht auch ein Kind mit Behinderung im Alltag zunächst einmal viele der gleichen Dinge wie jedes andere Kind: Zeit, Aufmerksamkeit, Spielen, Bewegung und verlässliche Abläufe. Und Eltern brauchen jemanden, der mit anpackt. Morgens, nach der Schule, in den Ferien oder dann, wenn noch einmal zwei Hände gebraucht werden.
Ein Au-pair kann mit Ihrem Kind spielen, es begleiten, für die Geschwister da sein und Randzeiten auffangen. Weil es bei Ihnen lebt, wird es mit der Zeit zu einer vertrauten Bezugsperson.
Bei Besondere Sterne haben wir uns genau auf diese Familien spezialisiert. Unsere Au-pairs entscheiden sich bewusst für Inklusion. Sie werden schon vor ihrer Anreise in unserer Au-pair-Akademie vorbereitet und machen ein verpflichtendes Praktikum in einer Einrichtung mit Kindern mit Behinderung.
Unser Tipp von Besondere Sterne
Fragen Sie sich nicht nur, ob ein Au-pair zu Ihnen passt. Fragen Sie sich auch: Was würde sich in unserem Alltag verändern, wenn jeden Tag noch jemand da wäre, der mit anpackt? In einem kostenlosen Beratungsgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihren Familienalltag.
Häufige Fragen
Ist Au-pair dasselbe wie Opermädchen?
Ja. „Opermädchen“ ist eine umgangssprachliche Schreibweise. Gemeint ist ein Au-pair. Und Au-pairs können übrigens auch junge Männer sein.
Wie viele Stunden hilft ein Au-pair mit?
Höchstens sechs Stunden am Tag und 30 Stunden in der Woche. Babysitting zählt mit.
Ist ein Au-pair eine Pflegekraft?
Nein. Ein Au-pair unterstützt im normalen Familienalltag. Pflegerische, medizinische und therapeutische Aufgaben bleiben bei Fachleuten.
Kann ein Au-pair auch einem Kind mit Behinderung helfen?
Ja, im Rahmen der normalen Kinderbetreuung. Es kann spielen, begleiten, Routinen halten und Geschwister betreuen. Unsere Au-pairs sind darauf besonders vorbereitet.

Melanie Matl
Gründerin
Selbst Mutter eines Kindes mit Behinderung.
