Au-pair für ein Kind mit Behinderung – ist das für unsere Familie sinnvoll?

Ein Au-pair kann gerade für Familien mit einem Kind mit Behinderung eine große Bereicherung sein. Aber es passt nicht automatisch zu jeder Familie. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Können wir ein Au-pair aufnehmen? Sondern: Passt die Art der Unterstützung, die ein Au-pair bietet, zu dem, was wir in unserem Alltag brauchen?
„Kann ein Au-pair überhaupt zu uns passen? Unser Kind hat eine Behinderung.“
Diese Frage stellen uns Familien immer wieder.
Vielleicht braucht Ihr Kind im Alltag mehr Begleitung als andere Kinder. Vielleicht haben Sie zusätzlich Geschwisterkinder. Therapien, Schule, Kita und Termine bestimmen einen großen Teil Ihrer Woche.
Und vielleicht sind Sie irgendwann an dem Punkt angekommen, an dem Sie denken:
Wir brauchen Unterstützung. Aber welche Unterstützung passt eigentlich zu unserem Leben?
Ein Au-pair kann gerade für Familien mit einem Kind mit Behinderung eine große Bereicherung sein.
Aber es passt nicht automatisch zu jeder Familie.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
„Können wir ein Au-pair aufnehmen?“
Sondern:
„Passt die Art der Unterstützung, die ein Au-pair bietet, zu dem, was wir in unserem Alltag brauchen?“
Darf eine Familie mit einem Kind mit Behinderung überhaupt ein Au-pair aufnehmen?
Ja.
Auch wenn in Ihrer Familie ein Kind mit Behinderung oder Pflegebedarf lebt, kann grundsätzlich ein Au-pair bei Ihnen leben.
Entscheidend ist allerdings, welche Aufgaben das Au-pair übernehmen soll.
Ein Au-pair ist keine Pflegekraft.
Es ist keine therapeutische Fachkraft und ersetzt weder Schulbegleitung noch professionelle Assistenz.
Seine Aufgaben liegen in der Kinderbetreuung und in leichten Tätigkeiten rund um den Familienalltag.
Und genau darin kann für viele Familien ein enormer Mehrwert liegen.
Vielleicht brauchen Sie gar keine weitere Fachkraft
Wenn Eltern über Unterstützung für ein Kind mit Behinderung nachdenken, denken sie verständlicherweise häufig zuerst an professionelle Angebote.
Pflegedienst.
Assistenz.
Familienentlastender Dienst.
Schulbegleitung.
Therapie.
All diese Angebote haben ihre Berechtigung.
Aber manchmal liegt das eigentliche Problem einer Familie an einer ganz anderen Stelle.
Vielleicht brauchen Sie niemanden für eine pflegerische Aufgabe.
Vielleicht brauchen Sie einfach jemanden, der morgens mit anpackt.
Der mit einem Kind spielt, während Sie sich um das andere kümmern.
Der nachmittags da ist.
Der mit den Geschwisterkindern auf den Spielplatz geht.
Der leichte Aufgaben im Haushalt übernimmt.
Oder der Ihnen ermöglicht, sich für eine Weile nur auf ein einziges Ihrer Kinder zu konzentrieren.
Genau dort beginnt die Stärke eines Au-pairs.
Ein Au-pair lebt mitten in Ihrem Familienalltag
Ein Au-pair kommt nicht für einen einzelnen Termin und geht danach wieder.
Es lebt mit Ihrer Familie unter einem Dach und unterstützt Sie im Rahmen des Au-pair-Programms bis zu 30 Stunden pro Woche.
Dadurch entsteht eine ganz andere Form der Unterstützung.
Das Au-pair lernt Ihre Kinder kennen.
Es kennt mit der Zeit den Ablauf am Morgen.
Es weiß, wer welches Frühstück mag.
Es erlebt die Nachmittage.
Es kennt die Lieblingsspiele, Routinen und irgendwann auch die kleinen Besonderheiten Ihrer Familie.
Aus einer zunächst fremden Person kann über die Monate eine vertraute Person im Familienalltag werden.
Gerade für ein Kind mit Behinderung kann Vertrautheit wertvoll sein
Nicht jedes Kind kann sich schnell auf wechselnde Menschen einstellen.
Manche Kinder brauchen Wiederholung.
Andere benötigen feste Abläufe oder deutlich mehr Zeit, um Vertrauen aufzubauen.
Vielleicht kommuniziert Ihr Kind nonverbal.
Vielleicht hat es Autismus, FASD, eine Entwicklungsverzögerung, eine körperliche Behinderung oder eine seltene Erkrankung.
Ein Au-pair muss nicht am ersten Tag alles über Ihr Kind wissen.
Das wäre auch eine unrealistische Erwartung.
Es darf Ihr Kind kennenlernen.
Tag für Tag.
Es beobachtet, fragt nach und lernt, welche Routinen wichtig sind, was Ihrem Kind Freude macht und wo es Unterstützung benötigt.
Diese Vertrautheit kann zu einem großen Vorteil werden.
Und was ist mit den Geschwisterkindern?
Ein Au-pair für eine Familie mit einem Kind mit Behinderung ist nicht automatisch ausschließlich für dieses eine Kind da.
Im Gegenteil.
Einer der größten Vorteile kann darin liegen, dass sich Aufmerksamkeit plötzlich anders verteilen lässt.
Vielleicht verbringt das Au-pair einen Nachmittag mit Ihrem Kind mit Behinderung und Sie gehen mit dem Geschwisterkind zum Sport.
Beim nächsten Mal verbringen Sie bewusst Zeit mit Ihrem Kind mit Behinderung und das Au-pair geht mit den Geschwistern auf den Spielplatz.
Zwei Kinder brauchen gleichzeitig etwas?
Plötzlich sind zwei Erwachsene da.
Nicht immer muss ein Kind warten, weil das andere gerade mehr Unterstützung benötigt.
Ein Au-pair kann auch Eltern Freiräume zurückgeben
Und dann gibt es noch Sie.
Wann waren Sie das letzte Mal in Ruhe einkaufen?
Wann hatten Sie Zeit für einen Spaziergang?
Wann konnten Sie einen Termin wahrnehmen, ohne vorher die Betreuung der gesamten Familie neu zu organisieren?
Oder – wenn Sie als Paar leben – wann waren Sie zuletzt gemeinsam essen oder im Kino?
Ein Au-pair kann auch hier kleine Freiräume schaffen.
Nicht unbedingt ein komplettes freies Wochenende.
Aber vielleicht zwei Stunden.
Ein Vormittag.
Ein Abend.
Und gerade in einem Familienalltag, in dem ständig jemand etwas braucht, können diese kleinen Zeitfenster unglaublich wertvoll sein.
Wann kann ein Au-pair besonders gut zu Ihrer Familie passen?
Ein Au-pair kann interessant für Ihre Familie sein, wenn Sie sich vor allem regelmäßige Unterstützung im täglichen Familienleben wünschen.
Zum Beispiel, wenn Sie merken:
Sie brauchen häufig noch einmal zwei Hände.
Sie möchten Aufgaben zwischen zwei Erwachsenen aufteilen können.
Ihre Geschwisterkinder sollen wieder mehr individuelle Aufmerksamkeit bekommen.
Ihr Kind profitiert von vertrauten Personen und wiederkehrenden Abläufen.
Ferienzeiten bringen Sie organisatorisch regelmäßig an Ihre Grenzen.
Morgende, Nachmittage oder Abendroutinen sind besonders herausfordernd.
Oder Sie wünschen sich schlicht eine weitere Person, die Ihre Familie kennt und im Alltag mitträgt.
Wann ist ein Au-pair nicht die richtige Lösung?
Genauso wichtig ist die andere Seite.
Wenn Sie hauptsächlich jemanden suchen, der medizinische Versorgung oder pflegerische Tätigkeiten übernimmt, ist ein Au-pair nicht die richtige Unterstützung.
Auch therapeutische Förderung oder Aufgaben, die eine entsprechende Fachqualifikation voraussetzen, gehören nicht in die Verantwortung eines Au-pairs.
Und natürlich muss eine Familie bereit sein, einen jungen Menschen tatsächlich bei sich aufzunehmen.
Denn ein Au-pair ist keine Betreuungskraft, die nach Feierabend nach Hause fährt.
Ihr Zuhause wird für einige Monate auch sein Zuhause.
Dazu gehören ein eigenes Zimmer, gemeinsame Mahlzeiten, kultureller Austausch und die Bereitschaft, einen neuen Menschen in das Familienleben zu integrieren.
Entscheidend ist nicht nur Erfahrung – sondern das richtige Matching
Gerade bei einem Kind mit Behinderung fragen Familien häufig:
„Brauchen wir unbedingt ein Au-pair, das genau diese Behinderung schon kennt?“
Erfahrung kann natürlich sehr wertvoll sein.
Aber sie ist nicht das einzige Kriterium.
Ein Au-pair kann eine bestimmte Diagnose bereits kennen und trotzdem persönlich überhaupt nicht zu Ihrer Familie passen.
Ein anderes hat vielleicht noch nie ein Kind mit genau dieser Behinderung begleitet, bringt aber Erfahrung mit Kindern, Geduld, Einfühlungsvermögen, Lernbereitschaft und eine Persönlichkeit mit, die hervorragend zu Ihrem Kind passt.
Deshalb schauen wir bei Besondere Sterne nicht nur auf eine Diagnose.
Wir schauen auf die Familie als Ganzes.
Auf die Kinder.
Auf den Alltag.
Auf den tatsächlichen Unterstützungsbedarf.
Und auf den Menschen, der zu diesem Leben passen soll.
Ein Au-pair ersetzt keine professionelle Hilfe – es schließt eine andere Lücke
Vielleicht ist das die wichtigste Antwort auf die Frage, ob ein Au-pair für ein Kind mit Behinderung sinnvoll ist.
Ein Au-pair ersetzt nicht die Fachpersonen, die Ihr Kind benötigt.
Es ersetzt keine Therapie.
Keine Pflege.
Keine Schulbegleitung.
Es unterstützt dort, wo zwischen all diesen Angeboten das echte Familienleben stattfindet.
Morgens am Frühstückstisch.
Nachmittags nach der Schule.
Beim Spielen.
In den Ferien.
Bei den Geschwistern.
Bei all den kleinen Situationen, für die man keinen Dienst bestellt – in denen zwei zusätzliche Hände aber einen großen Unterschied machen.
Ist ein Au-pair für unsere Familie sinnvoll?
Wenn Sie eine Fachkraft für Ihr Kind suchen, lautet die Antwort wahrscheinlich: nein.
Wenn Sie dagegen eine zusätzliche vertraute Person suchen, die mit Ihrer Familie lebt, Ihre Kinder kennenlernt und Sie regelmäßig im Alltag unterstützt, kann die Antwort ganz anders aussehen.
Dann kann ein Au-pair genau die Form von Unterstützung sein, die bisher gefehlt hat.
Nicht ausschließlich für Ihr Kind mit Behinderung.
Nicht ausschließlich für die Geschwister.
Und auch nicht ausschließlich für Sie.
Sondern für Ihre Familie als Ganzes.
Bei Besondere Sterne haben wir uns genau auf diese Familien spezialisiert.
Denn bei einem Kind mit Behinderung geht es bei der Suche nach einem Au-pair nicht darum, irgendeine zusätzliche Person ins Haus zu holen.
Es geht darum, den Menschen zu finden, der zu Ihrem Kind, Ihren anderen Kindern und Ihrem Familienalltag passt.

Melanie Matl
Gründerin
Selbst Mutter eines Kindes mit Behinderung.


