Zwei Kinder sitzen von hinten gesehen nebeneinander in einer Sommerwiese, eine Erwachsenenhand liegt ruhig auf einer Schulter.

Besonderer Bedarf

Au-pair für Pflegefamilien

Unterstützung und Entlastung im Familienalltag

Ein Pflegekind aufzunehmen bedeutet, einem Kind einen Platz in der eigenen Familie zu geben. Gleichzeitig kann der Alltag einer Pflegefamilie besondere Anforderungen mit sich bringen: Termine, Kindergarten oder Schule, Kontakte zur Herkunftsfamilie, Geschwisterkinder, Beruf und das ganz normale Familienleben müssen miteinander vereinbart werden.

Ein Au-pair kann auch in einer Pflegefamilie leben und die Familie im Alltag unterstützen.

Bei Besondere Sterne vermitteln wir Au-pairs an Familien mit Kindern mit und ohne Behinderung oder besondere Bedürfnisse – und auch an Pflegefamilien, die sich eine zusätzliche helfende Hand im Familienalltag wünschen.

Kann eine Pflegefamilie ein Au-pair aufnehmen?

Grundsätzlich können auch Pflegefamilien ein Au-pair aufnehmen, sofern die allgemeinen Voraussetzungen für die Aufnahme eines Au-pairs erfüllt sind.

Dabei ist uns wichtig, jede Familie individuell zu betrachten. Denn Pflegefamilie ist nicht gleich Pflegefamilie und Pflegekind ist nicht gleich Pflegekind.

Manche Familien wünschen sich vor allem Unterstützung bei ganz alltäglichen Dingen: Kinder vom Kindergarten abholen, gemeinsam spielen, Geschwister betreuen oder Nachmittage begleiten.

Andere Pflegekinder benötigen aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen, einer Entwicklungsverzögerung, einer Behinderung oder einer anderen Besonderheit mehr Struktur und Begleitung.

Entscheidend ist deshalb nicht allein, dass ein Kind in einer Pflegefamilie lebt, sondern welche Unterstützung im konkreten Familienalltag benötigt wird.

Wie kann ein Au-pair eine Pflegefamilie unterstützen?

Ein Au-pair lebt als zusätzliches Familienmitglied auf Zeit mit der Gastfamilie zusammen und unterstützt bei der Kinderbetreuung und bei leichten Aufgaben rund um die Kinder.

Je nach Alter der Kinder und Familiensituation kann ein Au-pair beispielsweise:

  • Kinder morgens oder nachmittags begleiten,
  • Kindergarten- oder Schulwege übernehmen,
  • gemeinsam spielen, basteln, vorlesen oder draußen sein,
  • Kinder zu Freizeitaktivitäten begleiten,
  • bei alltäglichen Routinen wie Anziehen, Aufräumen oder Mahlzeiten unterstützen,
  • einfache Mahlzeiten für die Kinder zubereiten,
  • Geschwisterkinder betreuen,
  • am Nachmittag Struktur und Verlässlichkeit geben,
  • leichte Aufgaben rund um die Kinder übernehmen,
  • im Rahmen der vereinbarten Arbeitszeit Babysitting übernehmen.

Gerade in Familien mit mehreren Kindern kann eine zusätzliche Bezugsperson im Alltag viel verändern.

Während ein Elternteil beispielsweise einen Termin mit einem Kind wahrnimmt, kann das Au-pair für die Geschwister da sein. Oder das Au-pair übernimmt einen Kindergartenweg, begleitet ein Kind zum Sport oder verbringt einen Nachmittag auf dem Spielplatz.

So entstehen kleine Freiräume, die im Familienalltag oft besonders wertvoll sind.

Wenn ein Pflegekind mehr Begleitung benötigt

Nicht jedes Pflegekind hat einen besonderen Unterstützungsbedarf.

Es gibt jedoch Kinder, die aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen mehr Sicherheit, Struktur, Wiederholungen oder verlässliche Abläufe benötigen. Andere Pflegekinder leben zusätzlich mit einer Entwicklungsverzögerung, ADHS, Autismus, FASD, einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung.

In diesen Familien schauen wir bei der Vermittlung besonders genau hin:

Was braucht das Kind im Alltag? Was erwartet die Familie vom Au-pair? Und welche Persönlichkeit könnte dazu passen?

Dabei kann beispielsweise wichtig sein, dass ein Au-pair geduldig ist, klare Strukturen gut mittragen kann oder bereits Erfahrungen mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen gesammelt hat.

Eine zusätzliche Bezugsperson – aber kein Ersatz für Fachkräfte

Ein Au-pair kann eine vertraute und verlässliche Person im Alltag werden. Trotzdem bleibt die Rolle klar:

Ein Au-pair ist keine pädagogische Fachkraft, keine Therapeutin oder Therapeut und keine Pflegekraft.

Es übernimmt keine professionelle Traumaarbeit, keine Therapie, keine medizinische Versorgung und keine Aufgaben, für die eine entsprechende fachliche Qualifikation erforderlich ist.

Ein Au-pair unterstützt dort, wo Au-pair-Unterstützung besonders wertvoll sein kann: im ganz normalen Familienalltag.

Es kann da sein, begleiten, spielen, Wege übernehmen, Routinen mittragen und Eltern Zeit für andere Kinder, Termine oder organisatorische Aufgaben verschaffen.

Welches Au-pair passt zu einer Pflegefamilie?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten.

Für manche Pflegefamilien passt ein offenes, aktives Au-pair, das gerne draußen unterwegs ist und mehrere Kinder gleichzeitig beschäftigen kann.

Andere Familien brauchen einen besonders ruhigen und geduldigen Menschen. Wieder andere suchen gezielt ein Au-pair, das bereits Erfahrung mit Kindern mit Behinderung oder besonderen Bedürfnissen gesammelt hat.

Deshalb betrachten wir bei Besondere Sterne nicht nur einen Begriff wie „Pflegekind“, sondern die gesamte Familiensituation.

Alter der Kinder, Unterstützungsbedarf, Tagesablauf, Geschwisterkonstellation und die Erwartungen der Familie spielen bei der Suche nach einem passenden Au-pair eine wichtige Rolle.

Entlastung für Pflegeeltern kann ganz alltäglich sein

Entlastung muss nicht immer eine große Maßnahme sein.

Manchmal bedeutet Entlastung, dass jemand das Geschwisterkind vom Kindergarten abholt.

Dass ein Kind nicht zu einem Termin mitgenommen werden muss.

Dass am Nachmittag jemand Zeit zum Spielen hat.

Dass ein Elternteil einen Termin wahrnehmen kann, während zu Hause jemand Vertrautes bei den anderen Kindern bleibt.

Oder dass an einem langen Tag einfach eine weitere Person da ist, die mit anpackt.

Genau darin liegt die besondere Stärke eines Au-pairs: Unterstützung findet nicht nur zu einzelnen Terminen statt, sondern mitten im Familienleben.

Au-pair für eine Pflegefamilie finden

Bei Besondere Sterne begleiten wir auch Pflegefamilien bei der Suche nach einem passenden Au-pair.

Dabei schauen wir gemeinsam darauf, wie Ihre Familie lebt, welche Unterstützung Sie sich wünschen und welche Erfahrungen und Eigenschaften ein Au-pair für Ihre individuelle Situation mitbringen sollte.

Denn nicht jede Pflegefamilie braucht dasselbe – und nicht jedes Au-pair passt zu jeder Familie.

Weiterlesen

Begriffe rund um Pflegekinder

Besondere Sterne ist eine Au-pair-Agentur — kein Sonderpädagoge und keine Beratungsstelle. Für rechtliche und fachliche Fragen gibt es die EUTB: teilhabeberatung.de. Gehen Sie dorthin, wo Sie sich gut aufgehoben fühlen.