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Diagnose & Bedürfnis

Au-pair bei Mehrfachbehinderung

Unterstützung für Familien mit einem Kind mit Mehrfachbehinderung

Wenn ein Kind mit mehreren Behinderungen oder besonderen Bedürfnissen lebt, kann der Familienalltag besonders viel Organisation, Begleitung und Zeit erfordern.

Vielleicht besteht neben einer körperlichen Behinderung auch eine Entwicklungsverzögerung. Vielleicht kommen eine geistige Behinderung, Epilepsie oder eine Sinnesbehinderung hinzu. Manche Kinder leben mit einem seltenen genetischen Syndrom, das sich gleichzeitig auf verschiedene Entwicklungsbereiche auswirkt.

So unterschiedlich die Kombinationen sein können, so unterschiedlich sind auch die Kinder selbst.

Ein Au-pair für ein Kind mit Mehrfachbehinderung kann Familien im täglichen Leben unterstützen und zusätzliche Entlastung schaffen.

Bei Besondere Sterne vermitteln wir Au-pairs gezielt an Familien mit Kindern mit und ohne Behinderung oder besondere Bedürfnisse – darunter auch Familien mit Kindern mit komplexerem Unterstützungsbedarf und mehreren Diagnosen.

Was bedeutet Mehrfachbehinderung?

Von einer Mehrfachbehinderung wird gesprochen, wenn bei einem Menschen mehrere Behinderungen oder Beeinträchtigungen gleichzeitig bestehen.

Das kann beispielsweise eine Kombination sein aus:

  • körperlicher Behinderung und geistiger Behinderung,
  • Entwicklungsverzögerung und körperlicher Behinderung,
  • geistiger Behinderung und Epilepsie,
  • Seh- oder Hörbehinderung und körperlicher Behinderung,
  • Entwicklungsverzögerung und Sinnesbehinderung,
  • chronischer Erkrankung und körperlicher Behinderung,
  • einem Gendefekt oder einer seltenen Erkrankung mit mehreren unterschiedlichen Auswirkungen.

Diese Beispiele zeigen bereits:

Mehrfachbehinderung ist keine einheitliche Diagnose.

Zwei Kinder mit einer Mehrfachbehinderung können einen vollkommen unterschiedlichen Alltag und Unterstützungsbedarf haben.

Deshalb möchten wir bei einer Vermittlung nicht zuerst wissen, in welche Kategorie Ihr Kind gehört.

Wir möchten wissen, wer Ihr Kind ist.

Wenn eine Diagnose nicht ausreicht, um ein Kind zu beschreiben

Viele Eltern kennen einen ganzen Stapel medizinischer Berichte, Diagnosen und Befunde.

Aber diese Unterlagen erzählen nicht, wie ein ganz normaler Nachmittag zu Hause aussieht.

Sie erzählen nicht, dass Ihr Kind bestimmte Lieder liebt.

Dass es am liebsten draußen ist.

Dass es sehr genau weiß, was es möchte, auch wenn es nicht über Lautsprache kommuniziert.

Dass es bei manchen Dingen viel Unterstützung braucht und andere erstaunlich selbstständig erledigt.

Oder dass es vielleicht einen Rollstuhl nutzt, aber gleichzeitig der größte Wirbelwind der Familie ist.

Genau deshalb vermitteln wir nicht nach einer Liste von Diagnosen.

Wir vermitteln für einen Familienalltag.

Wie kann ein Au-pair bei Mehrfachbehinderung unterstützen?

Welche Aufgaben ein Au-pair übernehmen kann, hängt immer vom Entwicklungsstand, der Selbstständigkeit und dem tatsächlichen Unterstützungsbedarf des Kindes ab.

Ein Au-pair kann beispielsweise:

  • gemeinsam spielen, lesen, basteln oder draußen Zeit verbringen,
  • alltägliche Routinen begleiten,
  • beim Anziehen, Aufräumen oder bei Mahlzeiten unterstützen,
  • Kindergarten- oder Schulwege begleiten,
  • zu Freizeitaktivitäten oder Therapieterminen begleiten,
  • bekannte Tagesabläufe und Strukturen mittragen,
  • vereinbarte Kommunikationsformen kennenlernen,
  • dem Kind bei alltäglichen Aufgaben Zeit für möglichst viel Selbstständigkeit geben,
  • Freizeit und Nachmittage begleiten,
  • Geschwisterkinder betreuen,
  • einfache Mahlzeiten für die Kinder zubereiten,
  • leichte Aufgaben rund um die Kinder übernehmen,
  • im Rahmen der vereinbarten Arbeitszeit Babysitting übernehmen.

Nicht jedes Au-pair muss alle diese Aufgaben übernehmen.

Vor einer Vermittlung sollte genau geklärt werden, wo die Familie Unterstützung benötigt und welche Aufgaben zu einem Au-pair-Verhältnis passen.

Unterstützung bedeutet nicht automatisch Pflege

Wenn ein Kind mehrere Behinderungen hat, wird schnell angenommen, dass jede Betreuung automatisch Pflege bedeutet.

Das muss nicht so sein.

Vielleicht benötigt ein Kind medizinische oder pflegerische Versorgung – und diese wird weiterhin von Eltern oder Fachkräften übernommen.

Daneben gibt es aber einen kompletten Alltag.

Jemand muss mit den Geschwistern auf den Spielplatz.

Ein Kind möchte beschäftigt werden.

Ein Schulweg muss übernommen werden.

Jemand muss beim Spielen dabei sein.

Ein Kind möchte zum Sport.

Oder Eltern brauchen schlicht eine zusätzliche Person, die am Nachmittag mit den Kindern da ist.

Genau an diesen Stellen kann ein Au-pair unterstützen.

Ein Au-pair ist keine Pflege- oder Fachkraft

Bei einem Kind mit Mehrfachbehinderung ist eine klare Abgrenzung besonders wichtig.

Ein Au-pair ist keine Pflegefachkraft, keine medizinische Fachkraft und keine Therapeutin oder Therapeut.

Es übernimmt keine professionelle Pflege, medizinische Versorgung oder therapeutischen Maßnahmen und keine Aufgaben, für die eine entsprechende fachliche Qualifikation notwendig ist.

Benötigt ein Kind umfangreiche medizinische oder pflegerische Unterstützung, muss diese weiterhin durch Eltern oder entsprechend qualifizierte Personen sichergestellt werden.

Das schließt eine Au-pair-Vermittlung jedoch nicht automatisch aus.

Die entscheidende Frage lautet vielmehr:

Welche Aufgaben soll das Au-pair tatsächlich übernehmen?

Wenn ein Rollstuhl oder andere Hilfsmittel dazugehören

Bei einer Mehrfachbehinderung können Rollstuhl, Gehhilfe, Orthesen, Kommunikationsgerät oder andere Hilfsmittel zum Alltag gehören.

Ein Au-pair muss damit nicht zwangsläufig bereits Erfahrung haben.

Wichtig ist jedoch, dass vor der Vermittlung transparent besprochen wird, welche Hilfsmittel das Kind nutzt und welche Unterstützung damit verbunden ist.

Eltern können dem Au-pair zeigen, was ihr Kind selbstständig kann, wobei Unterstützung notwendig ist und wie Hilfsmittel im normalen Alltag berücksichtigt werden.

Bei Aufgaben, die besondere medizinische oder pflegerische Kenntnisse erfordern, bleibt die Grenze zur Fachkraft bestehen.

Wenn Kommunikation anders funktioniert

Manche Kinder mit Mehrfachbehinderung kommunizieren nicht oder nur eingeschränkt über Lautsprache.

Vielleicht nutzt das Kind Gebärden.

Bilder oder Symbole.

Ein Kommunikationsgerät.

Blickbewegungen.

Körpersprache.

Oder seine ganz eigene Form, um sehr deutlich zu zeigen, was es möchte und was nicht.

Ein Au-pair muss diese Kommunikationsform nicht bereits beherrschen.

Aber es sollte bereit sein, das Kind kennenzulernen und seine Kommunikation zu lernen.

Denn Beziehung beginnt nicht erst dort, wo gesprochen wird.

Selbstständigkeit im eigenen Tempo

Auch ein Kind, das in mehreren Bereichen Unterstützung benötigt, kann Dinge selbstständig tun.

Vielleicht dauert manches länger.

Vielleicht braucht es Hilfsmittel.

Vielleicht benötigt es einzelne Hinweise oder Unterstützung bei bestimmten Schritten.

Ein Au-pair kann im Alltag die Zeit schaffen, die dafür notwendig ist.

Nicht sofort übernehmen.

Nicht automatisch helfen.

Sondern zunächst schauen:

Was kann dieses Kind selbst – und wo braucht es mich wirklich?

So kann Unterstützung gleichzeitig Entlastung für die Familie und Raum für die Selbstständigkeit des Kindes bedeuten.

Welches Au-pair passt zu einem Kind mit Mehrfachbehinderung?

Gerade hier gibt es keine pauschale Antwort.

Für manche Familien ist Erfahrung mit Kindern mit Behinderung besonders wichtig.

Andere benötigen vor allem einen geduldigen, ruhigen und verantwortungsbewussten Menschen.

Vielleicht muss ein Au-pair körperlich aktiv sein, weil es viel mit den Geschwistern unterwegs sein soll.

Vielleicht ist die wichtigste Aufgabe gar nicht die direkte Betreuung des Kindes mit Mehrfachbehinderung, sondern die Unterstützung der anderen Kinder.

Deshalb schauen wir bei Besondere Sterne auf die gesamte Familiensituation:

Welche Aufgaben fallen an?

Wie selbstständig ist das Kind?

Wie kommuniziert es?

Welche Situationen benötigen besondere Aufmerksamkeit?

Welche Aufgaben übernehmen Eltern oder Fachkräfte?

Und wo soll das Au-pair tatsächlich entlasten?

Geschwisterkinder mit im Blick behalten

Wenn ein Kind viele Therapien, Arzttermine oder einen erhöhten Betreuungsbedarf hat, wird der Alltag häufig um diese Termine herum organisiert.

Geschwister leben diesen Alltag mit.

Ein Au-pair kann deshalb gerade für sie eine wertvolle zusätzliche Bezugsperson sein.

Während Eltern mit einem Kind zur Therapie oder in die Klinik fahren, kann das Au-pair ein Geschwisterkind aus Kindergarten oder Schule abholen.

Es kann zum Sport begleiten, gemeinsam auf den Spielplatz gehen oder einfach zu Hause einen normalen Nachmittag verbringen.

So entsteht Entlastung für Eltern – und gleichzeitig zusätzliche Zeit und Aufmerksamkeit für die Geschwister.

Ein Kind ist nicht die Summe seiner Diagnosen

Körperliche Behinderung.

Entwicklungsverzögerung.

Epilepsie.

Gendefekt.

Sehbehinderung.

Geistige Behinderung.

Auf einem medizinischen Befund kann eine lange Liste stehen.

Aber kein Kind besteht aus einer Liste von Diagnosen.

Deshalb möchten wir bei Besondere Sterne zuerst erfahren, was Ihr Kind gerne macht, wie es kommuniziert, wobei es selbstständig ist, wo es Unterstützung benötigt und wie Ihr Familienalltag aussieht.

Denn genau danach sollte sich auch die Suche nach einem passenden Au-pair richten.

Au-pair für ein Kind mit Mehrfachbehinderung finden

Bei Besondere Sterne begleiten wir Familien mit Kindern mit Mehrfachbehinderung und komplexeren Unterstützungsbedürfnissen bei der Suche nach einem passenden Au-pair.

Dabei schauen wir nicht darauf, wie viele Diagnosen Ihr Kind hat.

Wir schauen darauf, welche Unterstützung Ihre Familie tatsächlich braucht und welche Aufgaben ein Au-pair sinnvoll übernehmen kann.

Anschließend können Sie passende Au-pairs kennenlernen und selbst entscheiden, welcher Mensch zu Ihrem Kind und Ihrer Familie passt.

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Begriffe rund um Mehrfachbehinderung

Besondere Sterne ist eine Au-pair-Agentur — kein Sonderpädagoge und keine Beratungsstelle. Für rechtliche und fachliche Fragen gibt es die EUTB: teilhabeberatung.de. Gehen Sie dorthin, wo Sie sich gut aufgehoben fühlen.