Eine junge Frau beugt sich lachend zu einem kleinen Kind, das neben einem Rollstuhl auf einem Gartenweg steht.

Diagnose & Bedürfnis

Au-pair bei körperlicher Behinderung

Unterstützung für Familien mit einem körperlich behinderten Kind

Wenn ein Kind mit einer körperlichen Behinderung lebt, kann der Familienalltag zusätzliche Organisation und Begleitung erfordern.

Kindergarten oder Schule, Therapien, Freizeitaktivitäten, Geschwisterkinder, Beruf und alltägliche Termine müssen miteinander vereinbart werden. Je nach Art der körperlichen Behinderung benötigt ein Kind außerdem bei einzelnen Tätigkeiten mehr Zeit oder Unterstützung.

Ein Au-pair für ein Kind mit körperlicher Behinderung kann Familien im täglichen Leben begleiten und wertvolle Entlastung schaffen.

Bei Besondere Sterne vermitteln wir Au-pairs gezielt an Familien mit Kindern mit und ohne Behinderung oder besondere Bedürfnisse.

Dabei steht für uns nicht allein die Diagnose im Mittelpunkt, sondern die Frage:

Was kann Ihr Kind selbstständig und wobei benötigt es im Alltag Unterstützung?

Körperliche Behinderung kann ganz unterschiedlich aussehen

Eine körperliche Behinderung kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens entstehen.

Manche Kinder können selbstständig laufen, benötigen aber bei bestimmten Bewegungsabläufen Unterstützung. Andere nutzen Gehhilfen, Orthesen oder einen Rollstuhl. Manche Kinder haben Einschränkungen der Feinmotorik, andere benötigen Unterstützung bei längeren Wegen oder bestimmten Alltagstätigkeiten.

Auch Erkrankungen und Diagnosen wie beispielsweise eine Cerebralparese, Spina bifida, neuromuskuläre Erkrankungen oder seltene genetische Erkrankungen können mit körperlichen Einschränkungen verbunden sein.

Dabei sagt die körperliche Behinderung allein wenig darüber aus, wie selbstständig ein Kind im Alltag ist.

Deshalb betrachten wir bei der Vermittlung immer das einzelne Kind und seinen tatsächlichen Unterstützungsbedarf.

Wie kann ein Au-pair bei körperlicher Behinderung unterstützen?

Ein Au-pair kann viele alltägliche Aufgaben übernehmen und ein Kind bei den Dingen begleiten, die zu seinem normalen Tagesablauf gehören.

Je nach Alter, Selbstständigkeit und Unterstützungsbedarf kann ein Au-pair beispielsweise:

  • gemeinsam spielen, lesen, basteln oder draußen Zeit verbringen,
  • Kindergarten- oder Schulwege begleiten,
  • das Kind zu Freizeitaktivitäten oder Therapieterminen begleiten,
  • bei alltäglichen Routinen unterstützen,
  • mehr Zeit für selbstständiges Anziehen oder andere Tätigkeiten einplanen,
  • beim Vorbereiten von Kleidung, Schultasche oder Hilfsmitteln helfen,
  • bei Freizeitaktivitäten unterstützend dabei sein,
  • Spielplatzbesuche und Unternehmungen begleiten,
  • Geschwisterkinder betreuen,
  • einfache Mahlzeiten für die Kinder zubereiten,
  • leichte Aufgaben rund um die Kinder übernehmen,
  • im Rahmen der vereinbarten Arbeitszeit Babysitting übernehmen.

Welche dieser Aufgaben möglich und sinnvoll sind, hängt immer vom individuellen Kind und seiner Familiensituation ab.

Selbstständigkeit unterstützen statt alles abnehmen

Ein Kind mit körperlicher Behinderung braucht möglicherweise länger für bestimmte Dinge – kann sie aber trotzdem selbst erledigen.

Genau hier kann eine zusätzliche Person im Alltag wertvoll sein.

Wenn morgens drei Kinder gleichzeitig fertig werden müssen, fehlt manchmal schlicht die Zeit, zehn Minuten darauf zu warten, dass ein Kind seine Jacke selbst schließt oder eine Aufgabe in seinem eigenen Tempo erledigt.

Ein Au-pair kann diese Zeit schaffen.

Es kann begleiten, unterstützen und dort helfen, wo Hilfe tatsächlich notwendig ist – ohne einem Kind automatisch alles abzunehmen.

Denn Unterstützung kann auch bedeuten:

Ich bin da, wenn du mich brauchst. Aber ich lasse dir die Zeit, es selbst zu versuchen.

Teilhabe am ganz normalen Familienalltag

Freunde besuchen. Auf den Spielplatz gehen. Ein Eis essen. Zum Sport fahren. Basteln. Schwimmen gehen. Einen Nachmittag draußen verbringen.

Eine körperliche Behinderung bedeutet nicht, dass Freizeit und gemeinschaftliche Aktivitäten weniger wichtig sind.

Je nach individuellen Möglichkeiten des Kindes kann ein Au-pair dabei helfen, solche Aktivitäten im Alltag möglich zu machen.

Vielleicht begleitet es ein Kind zu einem Hobby. Vielleicht verbringt es gemeinsam mit ihm einen Nachmittag zu Hause. Vielleicht übernimmt es die Geschwisterkinder, während Eltern einen Therapie- oder Arzttermin wahrnehmen.

Entlastung kann sehr unterschiedlich aussehen.

Wenn ein Rollstuhl oder andere Hilfsmittel zum Alltag gehören

Auch Kinder, die einen Rollstuhl, eine Gehhilfe, Orthesen oder andere Hilfsmittel nutzen, können grundsätzlich von einem Au-pair im Alltag begleitet werden.

Wichtig ist dabei, bereits vor der Vermittlung offen zu besprechen, welche Unterstützung tatsächlich erforderlich ist.

Kann das Kind selbstständig in seinen Rollstuhl wechseln? Muss ein Rollstuhl lediglich geschoben werden? Gibt es Situationen, in denen körperliche Transfers notwendig sind? Welche Wege sind barrierefrei? Welche Aufgaben übernehmen Eltern oder Fachkräfte?

Je genauer diese Fragen geklärt werden, desto realistischer können Familie und Au-pair einschätzen, ob die Aufgaben zu einem Au-pair-Verhältnis passen.

Ein Au-pair ist keine Pflegekraft

Gerade bei einer körperlichen Behinderung ist uns diese Abgrenzung besonders wichtig.

Ein Au-pair ist keine Pflegefachkraft, keine Therapeutin oder Therapeut und keine medizinische Fachkraft.

Es übernimmt keine medizinische Behandlung, keine professionelle Pflege und keine Tätigkeiten, für die eine besondere pflegerische oder medizinische Qualifikation erforderlich ist.

Benötigt ein Kind beispielsweise regelmäßig medizinische Versorgung oder umfangreiche pflegerische Unterstützung, muss diese weiterhin durch Eltern beziehungsweise entsprechend qualifizierte Personen sichergestellt werden.

Ein Au-pair kann jedoch parallel dazu viele andere Bereiche des Familienalltags übernehmen.

Und genau dadurch kann wertvolle Entlastung entstehen.

Unterstützung kann auch bei den Geschwistern beginnen

Nicht immer muss das Au-pair hauptsächlich das Kind mit körperlicher Behinderung betreuen.

Gerade wenn ein Kind viele Therapie-, Arzt- oder Fördertermine hat, kann es für eine Familie sogar wesentlich hilfreicher sein, wenn das Au-pair in dieser Zeit für die Geschwister da ist.

Es kann ein Geschwisterkind vom Kindergarten abholen, zum Sport bringen, gemeinsam Hausaufgaben machen oder einen Nachmittag auf dem Spielplatz verbringen.

So müssen Geschwister nicht automatisch jeden Termin mitmachen – und Eltern können sich in dieser Zeit auf das Kind konzentrieren, das sie gerade braucht.

Welches Au-pair passt zu einem Kind mit körperlicher Behinderung?

Das hängt stark vom individuellen Alltag ab.

Für manche Familien ist vor allem ein aktives Au-pair wichtig, das gerne unterwegs ist und Kinder zu Freizeitaktivitäten begleitet.

Andere benötigen einen besonders geduldigen Menschen, weil alltägliche Abläufe mehr Zeit brauchen.

Wenn ein Kind einen Rollstuhl oder andere Hilfsmittel nutzt, kann außerdem wichtig sein, dass das Au-pair keine Berührungsängste damit hat und bereit ist, den Umgang damit kennenzulernen.

Je nach Unterstützungsbedarf achten wir auch darauf, ob ein Au-pair bereits Erfahrungen mit Kindern mit Behinderung gesammelt hat.

Entscheidend bleibt jedoch:

Nicht die Behinderung muss zum Au-pair passen – der Mensch muss zur Familie passen.

Wenn mehrere Besonderheiten zusammenkommen

Eine körperliche Behinderung kann allein bestehen oder gemeinsam mit anderen Besonderheiten auftreten.

Manche Kinder leben beispielsweise zusätzlich mit einer Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, einer geistigen Behinderung, einer Sinnesbehinderung, einer chronischen oder seltenen Erkrankung oder einem Gendefekt.

Auch eine Mehrfachbehinderung ist deshalb kein Ausschlussgrund für eine Anfrage bei Besondere Sterne.

In diesen Fällen schauen wir besonders genau darauf, welche Aufgaben im Alltag tatsächlich anfallen und welche davon sinnvoll von einem Au-pair übernommen werden können.

Au-pair für ein Kind mit körperlicher Behinderung finden

Bei Besondere Sterne unterstützen wir Familien mit körperlich behinderten Kindern bei der Suche nach einem passenden Au-pair.

Gemeinsam schauen wir darauf, was Ihr Kind bereits selbstständig kann, wobei es Unterstützung benötigt und an welchen Stellen ein Au-pair Ihren Familienalltag sinnvoll entlasten könnte.

Anschließend können Sie passende Au-pairs kennenlernen und selbst entscheiden, welcher Mensch zu Ihrem Kind und Ihrer Familie passt.

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Begriffe rund um körperliche Behinderung

Besondere Sterne ist eine Au-pair-Agentur — kein Sonderpädagoge und keine Beratungsstelle. Für rechtliche und fachliche Fragen gibt es die EUTB: teilhabeberatung.de. Gehen Sie dorthin, wo Sie sich gut aufgehoben fühlen.