
Diagnose & Bedürfnis
Au-pair bei geistiger Behinderung
Unterstützung für Familien mit einem Kind mit geistiger Behinderung
Wenn ein Kind mit einer geistigen Behinderung lebt, kann es in bestimmten Bereichen des Alltags mehr Zeit, Begleitung oder Unterstützung benötigen.
Wie diese Unterstützung aussieht, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Manche Kinder sind in vielen Bereichen sehr selbstständig, andere benötigen bei alltäglichen Abläufen, Kommunikation oder Orientierung deutlich mehr Begleitung.
Für Familien bedeutet das häufig, dass neben Kindergarten, Schule, Therapien, Beruf und Geschwisterkindern zusätzliche Zeit für Betreuung und Unterstützung eingeplant werden muss.
Ein Au-pair für ein Kind mit geistiger Behinderung kann im täglichen Familienleben unterstützen und wertvolle Entlastung schaffen.
Bei Besondere Sterne vermitteln wir Au-pairs gezielt an Familien mit Kindern mit und ohne Behinderung oder besondere Bedürfnisse.
Geistige Behinderung im Familienalltag
Eine geistige Behinderung kann sich auf unterschiedliche Entwicklungs- und Lebensbereiche auswirken.
Ein Kind benötigt vielleicht mehr Zeit, um neue Abläufe zu verstehen oder zu erlernen. Es braucht möglicherweise Unterstützung bei der Kommunikation, Orientierung oder bei alltäglichen Routinen.
Andere Kinder benötigen vor allem mehr Aufsicht, weil sie Gefahren noch nicht altersentsprechend einschätzen können.
Dabei ist uns wichtig:
Eine geistige Behinderung sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ein Kind kann oder nicht kann.
Alter, Entwicklungsstand, Persönlichkeit, Kommunikation und Selbstständigkeit unterscheiden sich von Kind zu Kind.
Deshalb betrachten wir bei einer Vermittlung nicht nur eine Diagnose, sondern den tatsächlichen Alltag der Familie.
Wie kann ein Au-pair bei geistiger Behinderung unterstützen?
Ein Au-pair kann eine zusätzliche vertraute Person sein, die das Kind durch seinen normalen Alltag begleitet.
Je nach Alter, Entwicklungsstand und Unterstützungsbedarf kann ein Au-pair beispielsweise:
- gemeinsam spielen, lesen, basteln oder draußen aktiv sein,
- bei alltäglichen Routinen begleiten,
- beim Anziehen, Aufräumen oder bei Mahlzeiten unterstützen,
- Kindergarten- oder Schulwege übernehmen,
- zu Freizeitaktivitäten oder Therapieterminen begleiten,
- bekannte Tagesabläufe und Strukturen mittragen,
- einfache Aufgaben gemeinsam Schritt für Schritt durchführen,
- dem Kind Zeit geben, Dinge möglichst selbstständig auszuprobieren,
- Freizeit und Nachmittage begleiten,
- Geschwisterkinder betreuen,
- einfache Mahlzeiten für die Kinder zubereiten,
- leichte Aufgaben rund um die Kinder übernehmen,
- im Rahmen der vereinbarten Arbeitszeit Babysitting übernehmen.
Dabei orientiert sich das Au-pair an den Abläufen, Regeln und Vorgaben der Familie.
Mehr Zeit für alltägliche Dinge
Manchmal besteht Unterstützung nicht darin, etwas Besonderes zu tun.
Sondern darin, mehr Zeit für ganz normale Dinge zu haben.
Jacke anziehen.
Schuhe binden.
Den Tisch decken.
Eine Tasche packen.
Gemeinsam zur Bushaltestelle gehen.
Ein Zimmer aufräumen.
Ein Brot schmieren.
Etwas auswählen und eine Entscheidung treffen.
Je nach Entwicklungsstand kann ein Kind bei solchen alltäglichen Tätigkeiten mehr Wiederholungen oder Begleitung benötigen.
Ein Au-pair kann diese Zeit geben.
Statt dem Kind eine Aufgabe möglichst schnell abzunehmen, kann es danebenstehen, erklären, gemeinsam ausprobieren und dort helfen, wo Unterstützung tatsächlich notwendig ist.
Selbstständigkeit im eigenen Tempo
Kinder mit geistiger Behinderung entwickeln sich nicht alle gleich – und Entwicklung muss nicht dem Tempo anderer Kinder entsprechen.
Ein Au-pair kann dabei unterstützen, Selbstständigkeit im Alltag immer wieder zu ermöglichen.
Vielleicht lernt ein Kind, sich selbst anzuziehen.
Vielleicht übt es, eine kleine Aufgabe im Haushalt zu übernehmen.
Vielleicht kann es einen bekannten Weg zunehmend selbstständiger bewältigen.
Oder es lernt, eigene Wünsche und Bedürfnisse deutlicher mitzuteilen.
Ein Au-pair ersetzt dabei keine pädagogische Förderung.
Es kann jedoch im Alltag Raum dafür schaffen, dass ein Kind Dinge selbst tun darf, statt dass sie ihm automatisch abgenommen werden.
Kommunikation kann unterschiedlich aussehen
Nicht jedes Kind mit geistiger Behinderung kommuniziert über altersentsprechende Lautsprache.
Manche Kinder sprechen viel, andere nutzen einzelne Wörter oder kurze Sätze. Andere kommunizieren zusätzlich oder überwiegend mit Gebärden, Bildern, Symbolen oder anderen Formen der Unterstützten Kommunikation.
Ein Au-pair muss nicht jede Kommunikationsform bereits kennen.
Wichtig ist die Bereitschaft, zu lernen, wie dieses eine Kind kommuniziert.
Die Familie kann zeigen, welche Wörter, Zeichen, Bilder oder Hilfsmittel verwendet werden und woran das Au-pair erkennt, was das Kind möchte oder benötigt.
Freizeit gehört genauso dazu
Ein Kind mit geistiger Behinderung braucht nicht den ganzen Nachmittag Förderung.
Spielplatz, Fahrradfahren, Musik hören, malen, schwimmen, einen Film anschauen, Freunde treffen, gemeinsam backen oder einfach Quatsch machen gehören genauso zum Leben.
Ein Au-pair kann eine zusätzliche junge Bezugsperson sein, mit der genau diese Dinge stattfinden.
Denn ein Au-pair kommt nicht in die Familie, um aus jeder Alltagssituation eine Therapieeinheit zu machen.
Es darf einfach gemeinsam Zeit verbringen.
Welches Au-pair passt zu einem Kind mit geistiger Behinderung?
Das hängt vom einzelnen Kind ab.
Manche Kinder brauchen einen besonders geduldigen und ruhigen Menschen.
Andere wünschen sich einen aktiven Begleiter, der gerne draußen unterwegs ist, Sport macht und viel unternimmt.
Bei einem Kind mit erhöhtem Beaufsichtigungsbedarf kann wiederum besonders wichtig sein, dass das Au-pair aufmerksam, verantwortungsbewusst und zuverlässig ist.
Je nach Unterstützungsbedarf kann Erfahrung mit Kindern mit Behinderung oder besonderen Bedürfnissen sinnvoll sein.
Bei Besondere Sterne schauen wir deshalb nicht nur darauf, welche Erfahrungen ein Au-pair mitbringt, sondern auch auf Persönlichkeit, Erwartungen und die konkrete Familiensituation.
Ein Au-pair ist keine Fachkraft
Ein Au-pair ist keine pädagogische oder therapeutische Fachkraft und keine Pflegekraft.
Es übernimmt keine professionelle Förderung, Therapie, medizinische Versorgung oder Aufgaben, die eine entsprechende fachliche Qualifikation erfordern.
Seine Aufgabe liegt im täglichen Familienleben:
Betreuen. Begleiten. Spielen. Dabeisein. Routinen unterstützen. Wege übernehmen. Freizeit gestalten. Geschwister betreuen.
Gerade diese alltäglichen Aufgaben können Familien erheblich entlasten.
Wenn weitere Besonderheiten hinzukommen
Eine geistige Behinderung kann allein bestehen oder Teil einer anderen Diagnose oder genetischen Besonderheit sein.
Kinder mit Down-Syndrom beziehungsweise Trisomie 21, einem Gendefekt oder einer seltenen Erkrankung können beispielsweise zusätzlich eine geistige Behinderung haben.
Auch Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, körperliche Behinderung oder Sinnesbehinderung können gemeinsam auftreten.
Bei einer Mehrfachbehinderung ist es deshalb besonders wichtig, nicht einzelne Diagnosen isoliert zu betrachten.
Entscheidend ist immer:
Was benötigt dieses Kind in seinem Alltag?
Entlastung für Eltern und Geschwister
Wenn ein Kind dauerhaft mehr Begleitung benötigt, betrifft das häufig die gesamte Familie.
Vielleicht benötigt ein Kind Unterstützung bei vielen alltäglichen Abläufen. Vielleicht gibt es zahlreiche Therapie- oder Arzttermine. Vielleicht kann es aufgrund seines Entwicklungsstandes noch nicht alleine bleiben.
Gleichzeitig brauchen Geschwister ebenfalls Zeit, Aufmerksamkeit und einen eigenen Alltag.
Ein Au-pair kann deshalb auch gezielt für die Geschwister da sein.
Während Eltern einen Termin wahrnehmen, kann das Au-pair ein anderes Kind vom Kindergarten abholen, zum Sport begleiten oder einen Nachmittag mit ihm verbringen.
So entsteht Entlastung nicht nur für Eltern, sondern für die ganze Familie.
Au-pair für ein Kind mit geistiger Behinderung finden
Bei Besondere Sterne begleiten wir Familien mit Kindern mit geistiger Behinderung bei der Suche nach einem passenden Au-pair.
Dabei schauen wir gemeinsam darauf, wie selbstständig Ihr Kind im Alltag ist, wobei es Unterstützung benötigt, wie es kommuniziert und welche Aufgaben Sie sich von einem Au-pair wünschen.
Anschließend können Sie passende Au-pairs kennenlernen und selbst entscheiden, welcher Mensch zu Ihrem Kind und Ihrer Familie passt.
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Begriffe rund um Geistige Behinderung
Besondere Sterne ist eine Au-pair-Agentur — kein Sonderpädagoge und keine Beratungsstelle. Für rechtliche und fachliche Fragen gibt es die EUTB: teilhabeberatung.de. Gehen Sie dorthin, wo Sie sich gut aufgehoben fühlen.