
Diagnose & Bedürfnis
Au-pair bei ADHS
Unterstützung für Familien mit einem Kind mit ADHS
Hausaufgaben, Termine, Sport, Geschwisterkinder, Mahlzeiten, Aufräumen und jeden Morgen pünktlich aus der Tür kommen – Familienalltag besteht aus unzähligen kleinen Abläufen.
Hat ein Kind ADHS, können gerade diese alltäglichen Situationen mehr Begleitung, Struktur und Geduld erfordern.
Ein Au-pair für ein Kind mit ADHS kann Eltern im täglichen Familienleben unterstützen, Routinen begleiten und zusätzliche Zeit für die einzelnen Kinder schaffen.
Bei Besondere Sterne vermitteln wir Au-pairs gezielt an Familien mit Kindern mit und ohne Behinderung oder besondere Bedürfnisse – darunter auch Familien mit Kindern mit ADHS.
ADHS im Familienalltag
ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.
Wie sich ADHS zeigt, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Manche Kinder sind sehr aktiv und impulsiv. Andere fallen weniger durch körperliche Unruhe auf, haben aber Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit zu halten oder Aufgaben zu organisieren.
Auch Vergesslichkeit, Schwierigkeiten bei Übergängen, starke Emotionen oder Probleme damit, begonnene Aufgaben zu Ende zu bringen, können im Alltag eine Rolle spielen.
Dabei gilt:
Ein Kind mit ADHS ist nicht einfach „schlecht erzogen“ oder absichtlich unaufmerksam.
Es benötigt in bestimmten Situationen möglicherweise mehr Unterstützung dabei, seinen Alltag zu strukturieren und Anforderungen Schritt für Schritt zu bewältigen.
Wie kann ein Au-pair bei ADHS unterstützen?
Ein Au-pair kann eine zusätzliche verlässliche Person sein, die bekannte Regeln und Routinen der Familie im Alltag mitträgt.
Je nach Alter und Unterstützungsbedarf des Kindes kann ein Au-pair beispielsweise:
- morgens und nachmittags feste Abläufe begleiten,
- beim Anziehen und Fertigmachen unterstützen,
- Kindergarten- oder Schulwege übernehmen,
- das Kind zu Sport, Verein, Therapie oder Freizeitaktivitäten begleiten,
- gemeinsam spielen, basteln, lesen oder draußen aktiv sein,
- bei den von den Eltern vorgegebenen Hausaufgabenroutinen begleiten,
- größere Aufgaben gemeinsam in kleinere Schritte aufteilen,
- an vereinbarte Abläufe und Termine erinnern,
- Bewegung und aktive Freizeit ermöglichen,
- beim Aufräumen und bei alltäglichen Routinen unterstützen,
- Geschwisterkinder betreuen,
- leichte Aufgaben rund um die Kinder übernehmen,
- im Rahmen der vereinbarten Arbeitszeit Babysitting übernehmen.
Ein Au-pair muss dabei keine neuen pädagogischen Konzepte entwickeln.
Viel wichtiger ist, dass es die bereits bestehenden Regeln und Strukturen der Familie zuverlässig mitträgt.
Struktur kann den Alltag leichter machen
„Zieh dich an.“
„Wo ist deine Trinkflasche?“
„Hast du deine Schuhe?“
„Wir müssen jetzt los.“
„Bitte räum dein Zimmer auf.“
Was nach einer einfachen Aufforderung klingt, kann für ein Kind mit ADHS aus vielen einzelnen Schritten bestehen.
Ein Au-pair kann dabei helfen, alltägliche Aufgaben überschaubar zu machen und Schritt für Schritt zu begleiten.
Nicht alles gleichzeitig.
Erst anziehen. Dann Zähne putzen. Dann Tasche nehmen. Dann Schuhe.
Solche wiederkehrenden Abläufe können Kindern Orientierung geben und gleichzeitig Eltern entlasten.
Bewegung darf Teil des Alltags sein
Viele Kinder mit ADHS haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang und profitieren davon, wenn Bewegung selbstverständlich in ihren Alltag integriert wird.
Spielplatz, Fahrradfahren, Ball spielen, Schwimmen, Spaziergänge oder Sport können deshalb wunderbar Teil der gemeinsamen Zeit mit einem Au-pair sein.
Gerade hier kann ein aktives Au-pair eine große Bereicherung sein.
Statt den gesamten Nachmittag damit zu verbringen, ein Kind immer wieder zur Ruhe zu ermahnen, kann Bewegung bewusst Raum bekommen.
Welches Maß an Aktivität einem Kind guttut, ist natürlich individuell.
Wenn Gefühle plötzlich sehr groß werden
Frust, Enttäuschung, Warten oder ein unerwarteter Wechsel können für manche Kinder mit ADHS besonders herausfordernd sein.
Emotionen können schnell und intensiv auftreten.
Ein Au-pair sollte deshalb wissen, wie die Familie in solchen Situationen reagiert und welche Strategien dem Kind helfen.
Dabei geht es nicht darum, dass ein Au-pair therapeutisch arbeitet.
Es geht um etwas viel Alltäglicheres:
ruhig bleiben, klare Absprachen einhalten, bekannte Strategien anwenden und einem Kind Zeit geben, wieder in die Situation zurückzufinden.
Das passende Au-pair für ein Kind mit ADHS
Nicht jedes Au-pair passt automatisch zu jedem Kind mit ADHS.
Für manche Familien ist ein besonders ruhiger und strukturierter Mensch ideal.
Andere Kinder profitieren von einem aktiven Au-pair, das gerne Sport macht, draußen unterwegs ist und viel Bewegung in den Nachmittag bringt.
Wieder andere Familien benötigen vor allem jemanden, der konsequent vereinbarte Routinen mitträgt und sich von einem turbulenten Nachmittag nicht schnell aus der Ruhe bringen lässt.
Deshalb schauen wir bei Besondere Sterne auf das einzelne Kind und den gesamten Familienalltag.
Je nach Unterstützungsbedarf kann es sinnvoll sein, ein Au-pair auszuwählen, das bereits Erfahrungen mit Kindern mit ADHS, Entwicklungsverzögerung oder anderen besonderen Bedürfnissen gesammelt hat.
Ein Au-pair ersetzt keine Therapie oder pädagogische Fachkraft
Ein Au-pair ist keine Therapeutin oder Therapeut, keine medizinische oder pädagogische Fachkraft und keine Pflegekraft.
Es diagnostiziert kein ADHS, verändert keine Medikation und entwickelt keine therapeutischen Maßnahmen.
Auch die Verantwortung für medizinische oder therapeutische Entscheidungen bleibt selbstverständlich bei Eltern und Fachpersonen.
Die Aufgabe eines Au-pairs liegt im Familienalltag:
Kinder betreuen, begleiten, spielen, Wege übernehmen, Routinen mittragen und Eltern bei alltäglichen Aufgaben entlasten.
Entlastung für die ganze Familie
Ein erhöhter Begleitungsbedarf eines Kindes betrifft häufig nicht nur dieses Kind.
Vielleicht muss ein Elternteil regelmäßig Termine wahrnehmen. Vielleicht benötigt ein Kind bei den Hausaufgaben intensive Begleitung. Vielleicht gibt es Geschwister, die ebenfalls Zeit und Aufmerksamkeit brauchen.
Ein Au-pair kann genau an diesen Stellen unterstützen.
Es kann beispielsweise mit einem Kind zum Sport gehen, während ein Elternteil mit dem Geschwisterkind Hausaufgaben macht.
Oder das Au-pair übernimmt die Betreuung der Geschwister, während Eltern einen Termin mit dem Kind mit ADHS wahrnehmen.
Entlastung bedeutet nicht, Verantwortung abzugeben. Es bedeutet, im Alltag eine zusätzliche Person an seiner Seite zu haben.
ADHS ohne gesicherte Diagnose
Nicht immer steht bereits fest, ob ein Kind ADHS hat.
Vielleicht gibt es einen ersten Verdacht. Vielleicht haben Kindergarten oder Schule Beobachtungen angesprochen. Oder Ihr Kind befindet sich bereits in einer Diagnostik.
Auch Familien mit einem Kind ohne Diagnose können sich an Besondere Sterne wenden.
Für uns ist nicht allein entscheidend, welche Diagnose auf einem Befund steht. Entscheidend ist, welche Unterstützung Ihr Kind im Alltag benötigt und welches Au-pair zu Ihrer Familie passen könnte.
Au-pair für ein Kind mit ADHS finden
Bei Besondere Sterne begleiten wir Familien mit Kindern mit ADHS bei der Suche nach einem passenden Au-pair.
Wir schauen gemeinsam darauf, wie Ihr Familienalltag aussieht, welche Situationen besonders viel Unterstützung erfordern und welche Eigenschaften und Erfahrungen ein Au-pair für Ihre Familie mitbringen sollte.
Anschließend lernen Sie passende Au-pairs kennen und entscheiden selbst, welcher Mensch zu Ihrem Kind und Ihrer Familie passt.
Besondere Sterne ist eine Au-pair-Agentur — kein Sonderpädagoge und keine Beratungsstelle. Für rechtliche und fachliche Fragen gibt es die EUTB: teilhabeberatung.de. Gehen Sie dorthin, wo Sie sich gut aufgehoben fühlen.