Zwei Händepaare formen im warmen Gegenlicht Gebärden, der Hintergrund ist unscharf.

Diagnose & Bedürfnis

Au-pair bei Sinnesbehinderung

Unterstützung für Familien mit seh- oder hörbehinderten Kindern

Wenn ein Kind nicht oder nur eingeschränkt sehen oder hören kann, kann der Familienalltag an manchen Stellen mehr Begleitung, Organisation und Zeit erfordern.

Kindergarten, Schule, Freizeitaktivitäten, Therapien, Arzttermine und das Familienleben müssen miteinander vereinbart werden. Gleichzeitig möchten Kinder mit einer Sinnesbehinderung genauso selbstständig werden, spielen, Freunde treffen, unterwegs sein und ihren Alltag entdecken.

Ein Au-pair für ein Kind mit Sinnesbehinderung kann Familien dabei im täglichen Leben unterstützen und zusätzliche Zeit und Entlastung schaffen.

Bei Besondere Sterne vermitteln wir Au-pairs gezielt an Familien mit Kindern mit und ohne Behinderung oder besondere Bedürfnisse – darunter auch Familien mit Kindern mit Sehbehinderung, Blindheit, Hörbehinderung, Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit.

Was bedeutet Sinnesbehinderung im Alltag?

Der Begriff Sinnesbehinderung umfasst unterschiedliche Beeinträchtigungen der Sinneswahrnehmung.

Dazu gehören insbesondere:

  • Sehbehinderung,
  • Blindheit,
  • Hörbehinderung,
  • Schwerhörigkeit,
  • Gehörlosigkeit,
  • kombinierte Seh- und Hörbehinderungen.

Wie stark ein Kind dadurch im Alltag Unterstützung benötigt, ist sehr unterschiedlich.

Ein Kind mit Sehbehinderung kann beispielsweise viele Dinge selbstständig erledigen, benötigt aber in unbekannter Umgebung Orientierung oder Begleitung.

Ein gehörloses oder schwerhöriges Kind wiederum kann körperlich vollkommen selbstständig sein, kommuniziert möglicherweise aber über Gebärdensprache, Lautsprache, unterstützende Gebärden oder andere Kommunikationsformen.

Deshalb gilt auch hier:

Die Diagnose allein sagt nicht, wie viel Unterstützung ein Kind im Alltag benötigt.

Wie kann ein Au-pair bei einer Sinnesbehinderung unterstützen?

Ein Au-pair kann ein Kind in seinem normalen Tagesablauf begleiten und Eltern bei vielen alltäglichen Aufgaben entlasten.

Je nach Alter, Selbstständigkeit und Unterstützungsbedarf kann ein Au-pair beispielsweise:

  • gemeinsam spielen, lesen, basteln oder draußen aktiv sein,
  • Kindergarten- oder Schulwege begleiten,
  • zu Freizeitaktivitäten oder Therapieterminen begleiten,
  • bei alltäglichen Routinen unterstützen,
  • Orientierung in bekannten Alltagssituationen geben,
  • vereinbarte Kommunikationsformen der Familie kennenlernen und nutzen,
  • Freizeit und gemeinsame Unternehmungen begleiten,
  • Geschwisterkinder betreuen,
  • einfache Mahlzeiten für die Kinder zubereiten,
  • leichte Aufgaben rund um die Kinder übernehmen,
  • Nachmittage begleiten und strukturieren,
  • im Rahmen der vereinbarten Arbeitszeit Babysitting übernehmen.

Welche Aufgaben sinnvoll sind, richtet sich immer nach dem einzelnen Kind.

Au-pair für ein Kind mit Sehbehinderung oder Blindheit

Ein Kind mit Sehbehinderung oder Blindheit benötigt nicht automatisch bei allen Tätigkeiten Hilfe.

Viele Kinder entwickeln früh Strategien, um sich selbstständig zu orientieren und ihren Alltag zu bewältigen.

Ein Au-pair sollte deshalb lernen, wann Unterstützung notwendig ist – und wann nicht.

Eltern können zeigen, wie ihr Kind sich orientiert, welche Wege es bereits kennt, welche Hilfsmittel es verwendet und wie Unterstützung angeboten werden soll.

Dabei kann ein Au-pair beispielsweise bekannte Wege begleiten, bei Freizeitaktivitäten dabei sein oder Dinge und Situationen sprachlich beschreiben, wenn dies für das Kind hilfreich ist.

Ziel sollte nicht sein, dem Kind möglichst viel abzunehmen.

Vielmehr geht es darum, Selbstständigkeit zu ermöglichen und dort Sicherheit zu geben, wo sie gebraucht wird.

Au-pair für ein gehörloses oder schwerhöriges Kind

Auch bei einer Hörbehinderung ist die individuelle Kommunikation besonders wichtig.

Manche Kinder tragen Hörgeräte oder ein Cochlea-Implantat und kommunizieren überwiegend über Lautsprache. Andere nutzen Deutsche Gebärdensprache oder unterstützende Gebärden. Wieder andere verwenden unterschiedliche Kommunikationsformen miteinander.

Ein Au-pair muss nicht automatisch bereits Gebärdensprache beherrschen.

Wenn Gebärdensprache im Familienalltag eine wichtige Rolle spielt, sollte jedoch vor der Vermittlung geklärt werden, welche Kenntnisse erforderlich sind und ob das Au-pair bereit ist, wichtige Gebärden und Kommunikationsformen zu lernen.

Oft beginnt Verständigung mit etwas sehr Einfachem:

Interesse daran, zu verstehen, wie dieses Kind kommuniziert.

Sicherheit und Orientierung im Alltag

Straßenverkehr, öffentliche Verkehrsmittel, unbekannte Gebäude, Spielplätze oder größere Veranstaltungen können je nach Sinnesbehinderung besondere Anforderungen mit sich bringen.

Ein Au-pair sollte deshalb von den Eltern genau erfahren, in welchen Situationen das Kind selbstständig unterwegs sein kann und wann Begleitung notwendig ist.

Dabei geht es nicht darum, ein Kind ständig zu beschützen oder seine Selbstständigkeit einzuschränken.

Im Gegenteil:

Eine verlässliche Begleitperson kann dazu beitragen, dass ein Kind mehr am Alltag teilnehmen kann, weil eine zusätzliche Person für Situationen zur Verfügung steht, in denen Unterstützung benötigt wird.

Teilhabe statt Sonderprogramm

Ein Au-pair muss für ein Kind mit Sinnesbehinderung nicht ständig besondere Aktivitäten organisieren.

Oft geht es um genau dieselben Dinge wie bei anderen Kindern:

Spielplatz. Freunde treffen. Eis essen. Sport. Basteln. Musik. Ausflüge. Gemeinsam kochen. Nachmittags unterwegs sein.

Vielleicht muss eine Aktivität angepasst werden. Vielleicht benötigt das Kind dabei Begleitung oder zusätzliche Orientierung.

Aber die Aufgabe eines Au-pairs besteht nicht darin, aus jedem Nachmittag eine Fördermaßnahme zu machen.

Ein Au-pair darf einfach Alltag sein.

Welches Au-pair passt zu einem Kind mit Sinnesbehinderung?

Das hängt davon ab, was das Kind benötigt.

Bei einem Kind mit Sehbehinderung kann beispielsweise wichtig sein, dass das Au-pair aufmerksam kommuniziert, Orientierung geben kann und gleichzeitig die Selbstständigkeit des Kindes respektiert.

Bei einem gehörlosen Kind kann die Bereitschaft entscheidend sein, sich auf eine andere Form der Kommunikation einzulassen oder Gebärden zu lernen.

Je nach Unterstützungsbedarf kann außerdem Erfahrung mit Kindern mit Behinderung hilfreich sein.

Mindestens genauso wichtig sind jedoch Geduld, Offenheit, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, vom Kind und von der Familie zu lernen.

Ein Au-pair ersetzt keine Fachkraft

Ein Au-pair ist keine medizinische, therapeutische oder pädagogische Fachkraft.

Es übernimmt keine Therapie und keine medizinischen Aufgaben, die eine entsprechende Qualifikation erfordern.

Auch spezielle Fördermaßnahmen gehören nicht automatisch zu den Aufgaben eines Au-pairs.

Ein Au-pair kann jedoch das begleiten, was jeden Tag stattfindet:

Wege. Spielen. Kommunikation. Freizeit. Routinen. Geschwister. Nachmittage. Familienleben.

Und genau dort kann eine zusätzliche Person eine große Entlastung sein.

Wenn weitere Besonderheiten hinzukommen

Eine Sinnesbehinderung kann allein auftreten oder gemeinsam mit anderen Besonderheiten bestehen.

Ein Kind kann beispielsweise zusätzlich eine Entwicklungsverzögerung, körperliche oder geistige Behinderung, Epilepsie, eine seltene Erkrankung oder einen Gendefekt haben.

Auch Kinder mit mehreren Behinderungen oder einer Mehrfachbehinderung können sehr unterschiedliche Unterstützungsbedürfnisse haben.

Deshalb betrachten wir bei Besondere Sterne nicht einzelne Diagnosen isoliert, sondern die gesamte Situation des Kindes und seiner Familie.

Entlastung für die ganze Familie

Unterstützung muss nicht immer bedeuten, dass das Au-pair hauptsächlich das Kind mit Sinnesbehinderung betreut.

Vielleicht begleitet ein Elternteil sein Kind zu einem Termin und das Au-pair kümmert sich währenddessen um die Geschwister.

Vielleicht übernimmt das Au-pair einen Kindergartenweg, geht mit einem Geschwisterkind zum Sport oder verbringt einen Nachmittag mit den anderen Kindern.

So entsteht Entlastung dort, wo eine Familie sie tatsächlich benötigt.

Au-pair für ein Kind mit Sinnesbehinderung finden

Bei Besondere Sterne begleiten wir Familien mit sehbehinderten, blinden, schwerhörigen oder gehörlosen Kindern bei der Suche nach einem passenden Au-pair.

Gemeinsam schauen wir darauf, wie Ihr Kind kommuniziert, wie selbstständig es im Alltag ist, wobei es Unterstützung benötigt und welche Eigenschaften ein Au-pair für Ihre Familie mitbringen sollte.

Anschließend können Sie passende Au-pairs kennenlernen und selbst entscheiden, welcher Mensch zu Ihrem Kind und Ihrer Familie passt.

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Begriffe rund um Sinnesbehinderung

Besondere Sterne ist eine Au-pair-Agentur — kein Sonderpädagoge und keine Beratungsstelle. Für rechtliche und fachliche Fragen gibt es die EUTB: teilhabeberatung.de. Gehen Sie dorthin, wo Sie sich gut aufgehoben fühlen.