
Diagnose & Bedürfnis
Au-pair bei Cerebralparese
Unterstützung für Familien mit einem Kind mit Cerebralparese
Wenn ein Kind mit einer Cerebralparese (Zerebralparese) lebt, kann es im Familienalltag je nach Ausprägung mehr Zeit, Begleitung oder Unterstützung benötigen.
Manche Kinder mit Cerebralparese laufen selbstständig und benötigen nur in einzelnen Situationen Hilfe. Andere nutzen Gehhilfen oder einen Rollstuhl und brauchen in verschiedenen Bereichen des Alltags mehr Unterstützung.
Hinzu können Therapietermine, Arztbesuche, Kindergarten oder Schule, Freizeitaktivitäten und die Bedürfnisse der Geschwisterkinder kommen.
Ein Au-pair für ein Kind mit Cerebralparese kann Familien im täglichen Leben unterstützen und zusätzliche Entlastung schaffen.
Bei Besondere Sterne vermitteln wir Au-pairs gezielt an Familien mit Kindern mit und ohne Behinderung oder besondere Bedürfnisse – darunter auch Familien mit Kindern mit Cerebralparese.
Was ist eine Cerebralparese?
Die Cerebralparese, auch Zerebralparese, infantile Cerebralparese oder ICP genannt, beschreibt eine Gruppe von Bewegungs- und Haltungsstörungen, die durch eine früh entstandene Schädigung oder Entwicklungsstörung des Gehirns verursacht werden.
Wie sich eine Cerebralparese auf ein Kind auswirkt, kann sehr unterschiedlich sein.
Bei manchen Kindern betrifft sie hauptsächlich einzelne Bewegungsabläufe. Andere Kinder haben stärkere motorische Einschränkungen und nutzen Hilfsmittel wie Orthesen, Gehhilfen oder einen Rollstuhl.
Auch weitere Besonderheiten können hinzukommen.
Deshalb sagt die Diagnose Cerebralparese allein noch nicht, wie viel Unterstützung ein Kind im Alltag benötigt.
Für uns ist entscheidend:
Was kann Ihr Kind selbstständig – und wobei braucht es Unterstützung?
Wie kann ein Au-pair bei Cerebralparese unterstützen?
Ein Au-pair kann viele alltägliche Aufgaben übernehmen und ein Kind dort begleiten, wo keine medizinische oder professionelle pflegerische Versorgung notwendig ist.
Je nach Alter, Selbstständigkeit und Unterstützungsbedarf kann ein Au-pair beispielsweise:
- gemeinsam spielen, lesen, basteln oder draußen Zeit verbringen,
- Kindergarten- oder Schulwege begleiten,
- das Kind zu Freizeitaktivitäten oder Therapieterminen begleiten,
- bei alltäglichen Routinen unterstützen,
- beim Vorbereiten von Kleidung, Schultasche oder persönlichen Dingen helfen,
- bekannte Abläufe und Strukturen mittragen,
- dem Kind ausreichend Zeit für selbstständige Tätigkeiten geben,
- gemeinsame Freizeit und Nachmittage gestalten,
- Geschwisterkinder betreuen,
- einfache Mahlzeiten für die Kinder zubereiten,
- leichte Aufgaben rund um die Kinder übernehmen,
- im Rahmen der vereinbarten Arbeitszeit Babysitting übernehmen.
Welche Aufgaben tatsächlich zu einem Au-pair passen, hängt immer vom individuellen Unterstützungsbedarf des Kindes ab.
Selbstständigkeit ermöglichen
Eine körperliche Einschränkung bedeutet nicht automatisch, dass ein Kind möglichst viel Hilfe benötigt.
Vielleicht kann es seine Jacke selbst anziehen – braucht dafür aber länger.
Vielleicht kann es selbstständig essen, wenn alles passend vorbereitet ist.
Vielleicht bewegt es sich zu Hause vollkommen sicher, benötigt außerhalb der vertrauten Umgebung aber Begleitung.
Ein Au-pair kann genau diese Zeit im Alltag schaffen.
Es kann unterstützen, ohne sofort zu übernehmen.
Denn manchmal bedeutet gute Unterstützung:
Nicht schneller für ein Kind zu sein, sondern ihm die Zeit zu geben, etwas selbst zu schaffen.
Wenn Rollstuhl, Gehhilfe oder Orthesen dazugehören
Für manche Kinder mit Cerebralparese gehören Hilfsmittel selbstverständlich zum Alltag.
Das können beispielsweise ein Rollstuhl, Rollator, Gehtrainer oder Orthesen sein.
Ein Au-pair muss nicht automatisch bereits Erfahrung mit diesen Hilfsmitteln haben.
Wichtig ist vielmehr, vor der Vermittlung offen zu besprechen, was das Kind selbstständig kann und welche Unterstützung tatsächlich erforderlich ist.
Kann das Kind seinen Rollstuhl selbstständig nutzen?
Muss er lediglich bei längeren Wegen geschoben werden?
Benötigt das Kind Unterstützung beim Ein- oder Aussteigen?
Sind körperliche Transfers notwendig?
Gerade bei körperlich anspruchsvollen oder pflegerischen Tätigkeiten muss vorher genau geklärt werden, ob diese überhaupt zu den Aufgaben eines Au-pairs gehören.
Therapien gehören zum Alltag – das Au-pair ersetzt sie nicht
Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder andere Förderangebote können bei Kindern mit Cerebralparese regelmäßig zum Wochenplan gehören.
Ein Au-pair kann ein Kind zu Terminen begleiten oder Eltern an anderer Stelle entlasten, während diese einen Therapietermin wahrnehmen.
Es ersetzt jedoch keine Therapeutin oder keinen Therapeuten und führt keine eigenständigen therapeutischen Maßnahmen durch.
Wenn Eltern oder Fachkräfte bestimmte alltägliche Abläufe empfehlen, kann das Au-pair diese im normalen Familienleben berücksichtigen.
Die professionelle Therapie bleibt jedoch Aufgabe der entsprechenden Fachpersonen.
Wenn Kommunikation mehr Zeit braucht
Cerebralparese betrifft in erster Linie Bewegung und Haltung. Bei manchen Kindern kann jedoch auch das Sprechen erschwert sein.
Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Kind Sprache nicht versteht oder nichts mitzuteilen hat.
Manche Kinder nutzen Lautsprache, andere Gebärden, Bilder, Symbole oder elektronische Kommunikationshilfen.
Für ein Au-pair ist deshalb wichtig, zu lernen:
Wie kommuniziert dieses Kind?
Es muss eine Kommunikationsform nicht bereits professionell beherrschen. Es sollte aber bereit sein, aufmerksam zuzuhören, zu beobachten und die individuelle Kommunikation des Kindes kennenzulernen.
Freizeit darf einfach Freizeit sein
Kinder mit Cerebralparese haben nicht nur Therapiepläne.
Sie möchten spielen.
Freunde treffen.
Auf den Spielplatz.
Musik hören.
Malen.
Schwimmen.
Backen.
Einen Film anschauen.
Draußen unterwegs sein.
Oder manchmal einfach einen gemütlichen Nachmittag zu Hause verbringen.
Ein Au-pair kann eine zusätzliche junge Bezugsperson sein, mit der solche normalen Alltagserlebnisse stattfinden.
Nicht jede gemeinsame Aktivität muss Förderung sein.
Ein Kind mit Cerebralparese darf vor allem eines sein: Kind.
Wenn weitere Besonderheiten hinzukommen
Bei manchen Kindern besteht neben der Cerebralparese eine weitere Behinderung oder Erkrankung.
Dazu können beispielsweise eine Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, Seh- oder Hörbehinderung oder eine geistige Behinderung gehören.
Bei mehreren gleichzeitig bestehenden Beeinträchtigungen kann auch von einer Mehrfachbehinderung gesprochen werden.
In diesen Fällen schauen wir besonders genau darauf, welche Unterstützung das Kind tatsächlich benötigt.
Denn auch bei Cerebralparese gilt:
Nicht die Anzahl der Diagnosen entscheidet darüber, ob ein Au-pair unterstützen kann – sondern die konkreten Aufgaben im Alltag.
Ein Au-pair ist keine Pflegekraft
Gerade bei stärker ausgeprägter Cerebralparese ist eine klare Abgrenzung wichtig.
Ein Au-pair ist keine Pflegefachkraft, keine medizinische Fachkraft und keine Therapeutin oder Therapeut.
Es übernimmt keine professionelle Pflege, medizinische Versorgung oder Aufgaben, für die eine entsprechende fachliche Qualifikation notwendig ist.
Benötigt ein Kind beispielsweise umfangreiche körperliche Unterstützung, medizinische Versorgung oder anspruchsvolle Transfers, muss geklärt sein, wer diese Aufgaben übernimmt.
Ein Au-pair kann parallel dazu trotzdem an vielen anderen Stellen im Familienleben unterstützen.
Unterstützung für Geschwister und Eltern
Wenn ein Kind regelmäßig Therapien, Arzttermine oder andere Förderangebote besucht, betrifft das den Tagesablauf der gesamten Familie.
Gerade dann kann ein Au-pair auch für die Geschwisterkinder eine wertvolle Unterstützung sein.
Während ein Elternteil mit einem Kind zur Physiotherapie fährt, kann das Au-pair ein Geschwisterkind vom Kindergarten abholen.
Es kann zum Sport begleiten, auf den Spielplatz gehen oder zu Hause den Nachmittag gestalten.
So entsteht Entlastung genau dort, wo die Familie sie benötigt.
Welches Au-pair passt zu einem Kind mit Cerebralparese?
Das hängt vom individuellen Kind ab.
Für manche Familien ist ein aktives Au-pair ideal, das gerne unterwegs ist und Freizeitaktivitäten begleitet.
Andere benötigen einen besonders geduldigen Menschen, weil viele alltägliche Tätigkeiten mehr Zeit brauchen.
Je nach Unterstützungsbedarf kann Erfahrung mit Kindern mit körperlicher Behinderung oder Mehrfachbehinderung hilfreich sein.
Genauso wichtig sind jedoch Offenheit, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, die Fähigkeiten des Kindes kennenzulernen und seine Selbstständigkeit zu respektieren.
Au-pair für ein Kind mit Cerebralparese finden
Bei Besondere Sterne begleiten wir Familien mit Kindern mit Cerebralparese bei der Suche nach einem passenden Au-pair.
Dabei schauen wir gemeinsam darauf, wie selbstständig Ihr Kind im Alltag ist, welche Hilfsmittel es nutzt, wobei Unterstützung notwendig ist und welche Aufgaben Sie sich von einem Au-pair wünschen.
Anschließend können Sie passende Au-pairs kennenlernen und selbst entscheiden, welcher Mensch zu Ihrem Kind und Ihrer Familie passt.
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